41. Wintertreffen Augustusburg

Tagestour mit dem ES Gespann

Für das 2011er Wintertreffen hatte ich mich ich ganz gut vorbereitet und hatte eine Übernachtung im Zelt auf dem Plan. Das Treffen wurde aufgrund der Wetterlage abgesagt.

Für das Jahr 2012 gab es dann von meiner Seite schlechte Vorzeichen. Bereits eine Woche vor dem Treffen habe ich ungute Geräusche aus dem Motor meines Winter-Gespanns vernommen. Ich habe mir das erstmal schön geredet. Einen Tag vor dem Treffen bin ich nochmal mit dem Gespann ins Büro gefahren und auf dem Rückweg wurde es dann zur Gewissheit - ein Motorschaden kündigt sich an.

Ich bin gerade so nach Hause gekommen und es war klar, dass ich mit diesem Gespann nicht nach Augustusburg fahren kann.

Ich hatte ohnehin die fixe Idee, bei entsprechend gutem Wetter mit dem 56er ES-Gespann dort hinzufahren. Nun galt "ES Gespann oder gar nicht". Im Erzgebirge gab es leichten Schneefall, es gab wie so oft 1.000 Argumente dagegen und nur wenige dafür.

Es ist mir aber gelungen, die Zweifel auszuräumen und so klingelte am Samstag Morgen um 5:40 Uhr der Wecker. Beim Tee kochen und Apfel essen kamen wieder leichte Zweifel auf - soll ich mich nicht einfach wieder in das warme Bett legen?

Um kurz nach halb Sieben rolle ich mit dem ES-Gespann vom Hof. Es ist noch dunkel. Die Temperatur liegt knapp über 0 Grad. Nach Verlassen der Ortschaft schalte ich das Fernlicht ein und der Scheinwerfer geht aus. Fernlicht fällt also aus. Ich denke das letzte Mal darüber nach, umzudrehen. Aber es geht weiter.

Nach guten 30 Kilometer tanke ich in Lübben erstmal voll. Hinter Luckau wird es kalt. Die Autos haben zugefrorene Scheiben und die Straße ist mit Reif bedeckt. Hier wird es jetzt glatt und ich bin froh über das dritte Rad.
Im weiteren Verlauf sehe ich zwei Mal Autos, die in den Graben geschlittert sind.

Auf der Geraden schaffe ich 70 km/h. Wenn es bergan geht oder Gegenwind aufkommt muss ich meistens in den 3. schalten und beschränke mich auf 55 km/h.

Zwischen Schlieben und Bad Liebenwerda mache ich eine Pause. Eigentlich wollte ich mich mit einem Schluck heissem Tee aufwärmen aber es ist so eisig und windig, dass ich lieber schnell den Helm wieder aufsetze und weiterfahre.

Hinter Bad Liebenwerde ist die Hälfte der Strecke gut geschafft und ich weiss, dass ich ankommen werde - ein gutes Gefühl!

Es geht weiter über Riesa und Döbeln. Auf dem Weg nach Hainichen gibt es eine Umleitung. Ich möchte clever sein und bin der Meinung schon an der Baustelle vorbeizukommen. Fehlanzeige - ich stehe vor einer voll gesperrten Brücke und kann wieder umdrehen. Auf der Umleitung geht es ein Stück ins Vorerzgebrige und da komme ich stellenweise nur im 2. Gang voran.

Es folgen Hainichen und Frankenberg. In Flöha kann ich das erste Mal das Schloss sehen. Es sind auch Gruppen von Motorradfahrern unterwegs. Das Ziel ist so gut wie erreicht.

Es folgen die schönsten Minuten - die Strecke ist geschafft, das Gespann ist gut gefahren. Vor Augustusburg stehe ich kurz in einer Autoschlange. An der Ortseinfahrt werden die Autos auf einen Parkplatz gewiesen. Motorradfahrer werden durchgewunken. Ich durchfahre die Stadt und biege schließlich zum Schloss ab.

Die Auffahrt bringt nochmal die Erkenntnis, dass hier nur der 1. Gang zu fahren ist. Ich suche mir einen Platz auf dem Schloßhof und schalte die Zündung aus. Angekommen!

Es ist 11:30 Uhr, die Fahrzeit betrug ca. 5 Stunden.

Es ergeben sich gleich ein paar Gespräche. Mit einer Gulaschsuppe geht zum Treffpunkt des MZ-Forums.

Für 13:00 Uhr ist eine Führung durch das Motorradmuseum angesetzt. Die Führung wird von Christian Steiner gemacht. Er hat 1951 seine Laufbahn bei MZ begonnen, war später in der Werbeabteilung tätig und hat einige Bücher verfasst. Im Grunde ist aber die Zeit zu knapp für das, was er erzählen kann und die Gruppe ist auch etwas zu groß. Es hat sich aber trotzdem gelohnt.

Nach dem Museumsbesuch ergibt sich noch das ein oder andere Gespräch. Ich überlege kurz, mich einem Bekannten anzuschließen, der auf dem Treffen übernachten wird.
Ich entscheide mich dagegen, da ich den Sonntag mit der Familie verbringen möchte. Ich hätte gern einmal die Erfahrung gemacht, eine Januar-Nacht im Zelt zu verbringen aber ich bin mental nicht darauf eingestellt.

Gegen 16:45 Uhr trete ich die Rückfahrt an. Es geht jetzt tendenziell mehr bergab und das Gespann läuft wesentlich schneller als auf der Hinfahrt. Trotz Einkaufsstopp brauche ich zurück nur 4 1/4 Stunden und fahre das Gespann um 21:00 Uhr in die Garage.

 

Fazit: Die Fahrt war lang, die Zeit vor Ort eigentlich zu knapp. Den Teilemarkt habe ich gar nicht besucht. Beim nächsten Mal ist eine Anfahrt am Freitag mit einer Übernachtung und Rückfahrt am Samstag geplant.