Motorgehäuse 2107314

Frühes Einport Motorengehäuse

Im Februar 2015 habe ich in den ebay Kleinanzeigen ein Angebot mit drei ES Motoren entdeckt. Die Anzeige war schon länger eingestellt und ich hatte mir die Bilder auch schon mehrmals angesehen.

Irgendwann habe ich entdeckt, dass es sich bei einem der Motoren um einen Ur-Motor handeln muss. Auf den Bildern war das etwas schwierig zu deuten, da genau von dem betreffenden Block die entscheidenden Details nicht genau zu erkennen waren.
Beim Aufzoomen eines Fotos konnte man eine "2107..." Motornummer erahnen und auf einem anderen meinte ich, die ur-typische Kühlrippenvariante zu erkennen.

Der Block war schon getrennt, allerdings steckten noch Getriebe und Kurbelwelle in der rechten Hälfte. Alles ziemlich vergammelt und bei der Welle handelte es sich definitv schon um eine neurere mit käfiggeführtem Nadellager für den Kupplungsmitnehmer.

Da ich mir beim Gehäuse sehr sicher war habe ich ein vertretbares Preisangebot gemacht und nur den entsprechenden Block erworben.
Ob der Kauf sinnvoll war oder nicht spielt erstmal keine Rolle. Letztenendes bin ich von diesen Ur-ES-Teilen fasziniert und da nimmt man mit was man bekommen kann.

Als das Paket ein paar Tage später eintraf kam die Gewissheit - ich lag richtig und es handelte sich um Ur-Motor Nummer 2107314 - also einen frühen Einport Motor.

Ich habe am Abend erstmal alles mit Rostlöser Spezial 99 eingejaucht und einen Tag später die ersten Sachen abgebaut.

Der Kolben ging gut runter. Den Dichtringträger an der Abtriebswelle habe ich nach etwas Widerstand auch abbekommen. Der Dichtringträger an der Kurbelwelle entpuppte sich als Problem. Die Schraubenköpfe haben quittiert.

Ich habe mich entschieden, erstmal Lager, Getriebe und Kurbelwelle zu demontieren und am Dichtringträger erst danach weiter zu machen.

Nach einer weiteren Einwirknacht habe die Herplatte angeworfen und die linke Gehäusehälfte schön heiss gemacht. Die Sprengringe habe ich erstmal alle drin gelassen, da die gut angerostet waren und keine Anzeichen von Bewegung zeigten.
Das Kurbelwellenlager inkl. Dichtring ließ sich dann nach innen durchschlagen. Beim WDR habe ich zwischenzeitlich mit einem Schraubzieher nachgeholfen und diesen weitestgehend zerstört.
Das hintere Getriebelager hat nur einen Sprengring aussen und konnte ebenfalls nach innen durchgeschlagen werden. Das andere Getriebelager ist beidśeitig mit Sprengringen gesichert. Da musste nun also mindestens einer raus.

Ich konnte nun an den Ringen der bereits demontierten Lager üben und mit ein wenig Hebelarbeit an einem Auge des Rings lösten die sich langsam. Es ist dann auch gelungen, den inneren Ring am noch montierten Getriebelager zu lösen. Nochmal mit dem Brenner nachheizen und dann ging das Lager auch gut raus.

Das Anwärmen des Gehäuse schont hier die Lagersitze!

Im Anschluß ging es mit der rechten Hälfte weiter. Auch die wurde erstmal schön heiss gemacht. Die Kurbewelle inkl. Lager ließ sich dann mit einem Gummihammer vorsichtig aus dem Gehäuse holen. Getrtiebe, Schaltwalze und der Führungsbolzen gingen ebenfalls ganz gut raus.

Nachdem ich mich nochmal an den Schrauben des Dichtringträgers erfolglos versucht habe, mussten die Köpfe bzw. die Reste davon weggebohrt werden. Nun ließ sich der festgekeimte Dichtringträger von innen herunterschlagen.

Öleinfüll- und Ablaßschraube machten erfahrungsgemäß keine Probleme.

Damit ist das Gehäuse jetzt leer. Alle Lagersitze scheinen OK. Einziges Problem sind die 4 kopflosen Schrauben des Dichtringtägers der Kurbelwelle.
Ich habe noch versucht, mit dem Drehmel einen Schlitz reinzufräsen und nochmal mit dem Schraubdreher anzusetzen aber das bricht natürlich weg.

Der nächste Versuch wird ein Linksausdreher sein, allerdings muss ich zunächst was passendes besorgen.