Reparatur alter Blinkergläser

Resteverwertung

Die Vorgeschichte ...

Als ich im Oktober 2015 für meine ES 300 ein Paar Lenkerblinker der alten Ausführung suchte, habe ich zuerst meine Kiste durchwühlt. Ergebnis:

  • 3 brauchbare Blinkersockel mit schmalem Steg, einer jedoch verbogen und etwas beschädigt.
  • 1 Glas bei dem jedoch eine der Schraubeaufnahmen komplett weggebrochen war.

Gebraucht werden also 2 Paar Gläser für die alten Blinker. Ich schalte eine Kleinanzeige und biete 40 Euro an.

Einen Tag später ist der letzte Teilemarkt dieser Saison für mich - Wünsdorf. Bei einem Stand finde ich inmitten von allerhand Blinkerteilen ein gesuchtes Glas. Es soll 8 Euro kosten. Der Preis ist OK, das Glas wird auf jeden Fall mitgehen. Leider hat der Verkäufer nur das eine.
Ich bin zwar kein guter Verhandler aber das man auf den Märkten meistens noch was machen kann habe ich inzwischen gelernt. Ich klage also, dass ich ja eigentlich Paare suche und biete 5 Euro. Der Verkäufer lacht und sagt das übliche: "Für 5 Euro kann ich Dir SOOO ein Glas nicht mitgeben." Dann spricht er leiser als ob es keiner hören soll und sagt: "7 Euro".
Na also, besser als nichts und wenn es nur 1 Euro ist. Bezahlt und eingepackt. Beim Verhandeln geht es ja auch ein Bissl ums Prinzip.

Im weiteren Verlauf des Marktes wühle ich in unzähligen Kisten. Das Missverhältnis zwischen der neuen Ausführung und diesen alten Gläsern ist krass! Die neueren Gläser gibt es massenhaft. Fast jeder Stand hat welche. Man fragt sich wo dieses ganze Zeug 25 Jahre nach dem Mauerfall herkommt.
Bei den alten Gläsern Fehlanzeige. Es sieht ja in meiner Kiste zu Hause nicht anders aus.

Aber es kommt doch noch ein Stand, der drei einzelne alte Gläser hat. Leider bringen mir nur 2 dieser Teile etwas. Das verbleibende Glas habe ich schon und es fehlt das Gegenstück.

Ein Glas soll 10 Euro kosten, also 20 Euro fürs Paar. Auch das ist OK. Ich habe aber keine 20 Euro mehr und das ist eine gute Verhandlungsposition. Mein Geldbeutel gibt noch 17,50 Euro her und das reicht dem Verkäufer.

Zu Hause schaue ich mir nochmal das kaputte Glas aus dem Schrott an: es ist das fehlende Gegenstück. Ich entschließe mich, einen Reparaturversuch zu starten.

 

Die Reparatur

Auf dem ersten Bild ist das Ausgangsmaterial zu erkennen:

  1. Blinkerglas der alten Ausführung. Eine Schraubenaufnahme fehlt. Diese ist irgendwann mal abgebrochen.
  2. Reparaturstück: Dieses habe ich aus einem defekten Glas der neueren Ausführung herausgetrennt und mit der Feile halbwegs passend angeschrägt.
  3. Reste des Spenderteils: Dieses hatte ohnehin ein Loch und war damit nicht mehr wirklich verwendungsfähig.

Wie geschrieben habe ich aus einem defekten Glas der neuen Ausführung das für die Reparatur benötigte Stück gewonnen. Dazu habe ich mit einer Zange das Glas so lange verkleinert, bis ich mit der Metallsäge ansetzen konnte.

Mit einer Feile wurde das Teil dann passend angeschrägt.

Zur Fixierung habe ich in das zu reparierende Glas in die intakte Aufnahme eine lange Schraube gesteckt und vorsichtig mit einer Mutter verschraubt. Das freie Ende der Schraube kann man dann in den Schraubstock spannen.

Zum Verkleben habe ich den bewährten UHU Endfest 300 2K-Kleber verwendet. Anrühren, Auftragen und Aufsetzen.

Zum Aushärten des Klebers habe ich das Teil in die Wohnung gebracht und auf den Heizkörper gelegt.

Im Ergebnis ist das Blinkerpaar damit jetzt vollständig und kann an die ES 300 angebaut werden. Ein komplettes Paar hätte ich in Wünsdorf für 80 Euro mitnehmen können.
Neben der finanziellen Ersparnis ging es mir vor Allem darum, meine seit Jahren vorhandenen Teile aus dem Schrott endlich mal reaktivieren zu können.