Vergammelte Schrauben und Muttern

Tipps zum Lösen vergammelter Schrauben und Muttern

Wer kennt es nicht - man muss irgendetwas zerlegen und bekommt die Schrauben nicht auf. Rostlöser hilft manchmal aber nach meiner Erfahrung eher selten. Normale 6-Kantschrauben bzw. Muttern lassen sich meist relativ problemlos lösen, auch wenn sie nicht mehr schraubbar sind.
  • Man setzt eine gute Nuss an und schraubt so lange, bis es nicht mehr weitergeht und die Schraube schliesslich abreisst.
  • Wenn die Schraube zu zäh ist, hilft der Dremel. Dieses Gerät und eine kleine Trennscheibe erlauben das chirurgische Trennen der Schraube ohne kostbare Ersatzteile zu zerstören. Rücklichter der ES 150 sind z.B. selten anders abzukriegen, weil die Muttern auf der Kotflügelinnenseite gnadenlos vergammelt sind und die im Rücklicht eingebaute Gegenhalterung für die Schraube relativ schnell nachgibt und sich die Schraube mitdreht. Sämtliche Versuche, mit einer Spitzzange die Schraube zu halten scheitern aufgrund des vergammelten Gewindes.
Auf jeden Fall sollte man eine Schutzbrille tragen, damit man keine Metallsplitter und Funken in die Augen bekommt.

Schwieriger wird es, wenn die Schraube irgenwo eingeschraubt ist und einfach nicht zu lösen ist. Z.B. hatte ich einmal eine abgebrochene Gehäusespannschraube, deren Rest noch in die Gehäusehälte geschraubt war und die natürlich schön bündig abgbrochen war. Aber auch verhunzte Schlitzschrauben sind meistens nicht mehr anders zu lösen.
Bisher konnte ich solche Probleme immer mit meinen Rausdrehern mit Linksgewinde lösen. Die Dinger haben ein Linksgewinde ähnlich einer Holz- oder Treibschraube und an der Oberseite einen Vierkant, um einen Griff für Gewindebohrer anzusetzen. Zu bekommen im Baumarkt oder im Werkzeughandel. Man sollte in jedem Fall auch den Gewindebohrergriff haben, da man mit einer Zange kein Gefühl hat an unter Umständen den Rausdreher kaputt macht.

Um die Schraube zu lösen muss diese in der Mitte angebohrt werden. Man setzt zuerst einen guten Körnerschlag genau in die Mitte der Schraube und wählt einen Bohrer, der 1. scharf ist, d.h. gut bohrt und 2. etwas kleiner als der Schraubendurchmesser ist. Ausserdem muss der Durchmesser zu einem der Rausdreher passen. Nun wird gerade in die Schraube gebohrt. 1 - 1,5 cm reichen meistens aus. Dabei Acht geben, dass man gerade bohrt, damit das Gewinde nicht beschädigt wird.
Man sucht nun den passenden Rausdreher, setzt den Griff auf und versucht den Rausdreher in das gebohrte Loch zu schrauben. Wegen dem Linksgewinde muss man 'falschherum' drehen. Wenn man es richtig gemacht hat wird der Rausdreher greifen. Wenn man jetzt gefühlvoll weiterdreht, löst sich die Schraube und kann rausgedreht werden. Ein Blick auf den Schraubenrest zeigt sofort, ob man gut gebohrt hat und das Gewinde OK ist, oder ob man schief lag und nicht nur die Schraube, sondern auch das kostbare Ersatzteil angebohrt hat.