Schlaubetal-Tour 2006

Ein Camping Wochenende im Schlaubetal

Im Sommer 2006 will ich unbedingt mal eine Wochenend-Tour mit der MZ machen. Als Ziel habe ich das Schlaubtal ausgesucht. Das Schlaubetal befindet sich südlichwestlich von Frankfurt/ Oder. Die Bilder im Internet haben mich neugierig gemacht und die kurze Anfahrtsstrecke von 60km erscheint mir optimal für ein Test-Camping.


Vorbereitung



Die Idee kam ziemlich spontan. Ich habe bei Louis schnell einen Satz Seitentaschen und eine Gepäckrolle bestellt. Nach Anbau von 2 alten Seiten-Gepäckträgern an die TS lassen sich die Taschen gut befestigen. Die alten Gepäckträger wollte ich schon wegwerfen, weil ich der Meinung war, dass ich die Dinger sowieso nie anbauen werde - gut, dass ich sie aufgehoben habe.
Von meinem Vater habe ich mir einen Gaskocher ausgeborgt. Zelt, Kocher, Klamotten und Schlafsack passen locker auf die MZ. Nur meine Frau passt leider nicht mehr drauf. Sie fährt mit dem Auto hinterher und wir haben gleich noch die Mountain-Bikes ins Auto geworfen.




Anfahrt und erster Abend im Schlaubetal


Freitag Nachmittag gehts los, eine Stunde später sind wir auf dem Campingplatz in Chossewitz. Der See ist leider blaualgenverseucht und gesperrt.
Nach Aufbau des Zeltes starten wir eine kleine Radtour. Es geht durch den Wald entlang an einigen Fischteichen nach Dammendorf. Von dort aus fahren wir entlang der B246 zum Gasthaus Bremsdorfer Mühle.
Das Gasthaus ist in einer alten Wassermühle direkt an der Schlaube untergebracht und ist wirklich sehr schön gelegen. Spezialität ist frisches Wild und frischer Fisch aus der Region. Als wir uns das Mühlrad anschauen fliegt ein Eisvogel vorbei - es ist das erste Mal, dass ich so einen Vogel in Freiheit sehe.
Das Essen schmeckt wunderbar und der Kellner erklärt uns noch, wie wir entlang der Schlaube auf einem schönen Wanderpfad zurück nach Chossewitz kommen.
Der Rückweg ist Mountain-Biking pur und ein wahres Naturerlebnis mit sportlichen Wegstücken. Man fährt ca. 6km direkt entlang der Schlaube durch das Bachtal. Dort gibt es wilde Orchideen und eine beeindruckende Landschaft.
Zurück auf dem Campingplatz gibt es noch einen warmen Tee und dann geht es ab ins Zelt.




Touren-Samstag



Der Samstag beginnt für mich mit einer Fahrt in den nächsten Ort Groß Muckrow. Dort hole ich im Dorf-Laden frische Brötchen und was zum Frühstücken. Der Laden ist noch ein richtiger "Dorf-Konsum". Neben dem Kassentresen hängt ein Schild "Kein Alkoholkonsum in der Verkaufsstelle" - da muss ich schmunzeln.


Nach dem Frühstück geht es los, denn wir haben viel vor. Gepäck, Auto und Zelt  bleiben auf dem Platz und meine Frau nimmt hinten auf der TS Platz. Erstes Ziel ist der Findlingspark in Henzendorf. Nachdem wir uns die zum Teil verzierten Steine angesehen haben fahren wir den Feldweg weiter und wandern durch eine Grasslandschaft zu einem Aussichtsturm. Leider ist dieser nicht besonders hoch und man kann nur Wildwiese überblicken.


Mit dem Motorrad geht es dann weiter nach Neuzelle. Dort schauen wir uns das Zisterzienser-Kloster und die bekannte Neuzeller Klosterbrauerei an.
Von Neuzelle geht es weiter nach Ratzdort, wo die Neisse in die Oder mündet. Dort sind zwar viele Menschen aber so richtig gefallen hat es uns nicht - es gibt nicht mal ein nettes Restaurant wo man was zum Mittag essen kann.


Wir fahren wieder zurück ins Schlaubtal und halten an einer kleinen Gastwirtschaft an, die in einer alten Sägemühle untergebracht ist. Die Betreiber der Mühlenklause bieten allerhand Köstlichkeiten aus eigener Herstellung an. Wir haben Appetit auf Schmalzbrote und die sind nach einem Tag an der frischen Luft genau das Richtige.


Ich muss Tanken und die Suche nach einer Tankstelle führt uns bis nach Eisenhüttenstadt. Vorher kommen wir in Kobbeln vorbei und schauen uns den Kobbelner Stein an. Dabei handelt es sich um den drittgrössten Findling Deutschlands ( Nummer 1 und 2 liegen übrigends noch näher in Rauen bei Fürstenwalde).
Von Eisenhüttenstadt geht es zurück zum Campingplatz. Wir kochen noch eine Suppe und dann ist es Schlafenszeit.



Verregeneter Sonntag



Sonntag-Morgen werden wir von Regen geweckt. Wir bleiben im Zelt liegen und warten auf Wetterbesserung - leider vergeblich. Es gießt und gießt. Wir bauen schnell ab und packen alles ins Auto - dann fahren wir zurück nach Hause.
Völlig durchnässt nehme ich zu Hause erstmal ein heisses Bad.



Fazit



Die Tour hat Lust auf mehr gemacht. Ich habe mich im Nachhinein ein wenig geärgert, dass wir den Samstag nicht auch im schönen Schlaubtal verbracht haben sondern soviel umhergefahren sind - naja.
Leider hat der Regen den Sonntag versaut. Die nächste Camping-Tour starte ich nur bei positiver Wetterprognose oder halt mit der Option auf ein trockenes Zimmer mit Bad.
Das Schlaubtal ist wirklich sehr schön und ich war nicht zum letzten Mal dort.