38. Wintertreffen Augustusburg 2008

Die Legende lebt - auch ohne Schnee

Die richtigen Wintertreffen-Fans ärgerten sich, dass kein Schnee lag. Ich freute mich über das traumhafte Januarwetter und nutzte die Gelegenheit, um das erste Mal zum Wintertreffen nach Schloß Augustusburg zu fahren. Im Gepäck hatte ich eine Kiste voller Taschenkalender, die auf dem Treffen persönlich an die Vorbesteller übergeben wurden. Aber immer der Reihe nach...


Anfang Januar 2008
Ich denke darüber nach, zum Wintertreffen zu fahren. Im MZ-Forum sucht ein Mitglied aus Potsdam nach Mitfahrern. Wir sind uns schnell einig und wollen hin. Bei richtigem Glatteis können wir die Sache aber vergessen.


Freitag, 11.1.2008
Christian (der Potsdamer) ist gegen 17:00 Uhr bei mir. Er kommt mit seiner 600er Skorpion Tour. Der Abend ist unterhaltsam, ich packe noch schnell mein Zeug und 100 Kalender auf die TS. Gegen 23:30 Uhr gehts in die Falle.


Samstag, 12.1.2008 (Wintertreffen-Tag)

6:45 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück fahren wir wie geplant um 7:30 vom Hof. Bereits im Ort der erste Stopp - Benzinhahn vergessen - weiter gehts.
Die Fahrt macht Spass. Christian fährt vor und hält mit der stärkeren Skorpion das vereinbarte Tempo. Er hat ein Navi an Bord, wir brauchen also nicht auf der Karte suchen. Normalerweise soll der Schwächere vorfahren. Nach dieser Tour bin ich allerdings der Meinung, dass der Stärkere die vereinbarte Geschwindigkeit leicht halten kann und den Schwächeren "hinterherzieht". Wenn der Schwächere vorfährt neigt man zum Trödeln.


Ankunft
Nach einer Tankpause erreichen wir gegen 11:00 Uhr Augustusburg. Bereits vor der Ortseinfahrt staut sich der Besucherverkehr. Wir fahren an den Autos vorbei bis wir eine Gruppe Motorradfahrer erreichen, die im Stau warten. 100 Meter weiter steht Polizei.
Nachdem sich die ersten weiter trauen fahren wir auch wieder vorbei. Die Polizei interessiert das hier und heute nicht - sie müssen die Autos auf die Besucherparkplätze delegieren.
Wir werden von Polizei und Security geleitet. Zeitgemäss erhält jeder Fahrer am Eingang zum Treffen ein Schlüsselband mit LED-Lampe. Der Aufdruck beweist, dass man dort war. Eine nette Sache und die erste Trophäe des Tages! Man fühlt sich irgendwie grossartig - jaa, geschafft. Angekommen obwohl Dir alle nen Vogel gezeigt haben.
Gegen 11:30 Uhr stellen wir die Motorräder auf dem Burghof ab. Es ist ziemlich voll. Hunderte Motorräder und noch viel mehr Besucher.
Es dauert nicht lange und der erste Kalenderbesteller ruft an. Wir finden uns im Gewimmel und die ersten drei Kalender werden übergeben.


Erster Rundgang

Christian und ich suchen nach dem Treffpunkt des MZ-Forums und durchlaufen dabei einmal den gesamten Tross. Im Campingbereich sind jede Menge finstere Gestalten zu sehen. Man merkt den Leuten schon ein bissl an, dass sie "Weicheier" wie uns nicht so recht auf dem Treffen haben wollen - war zumindest mein Eindruck.  Egal - die wissen nichts über mich und ordnen mich mit meiner Protektorenjacke wahrscheinlich in die Yoghurtbecher-Fraktion ein.


Treffpunkt MZ-Forum

Nach einer Dreiviertelstunde sprechen uns Forumsmitglieder an und bringen uns zum Treffpunkt. Man trifft bekannte und unbekannte Gesichter.  Nach einer Weinverkostung (Lothar) kommen die Taschenkalender auf den Tisch.
Die Übergabe geht recht zügig und nach ein paar Gesprächen löst sich die Runde auf.
Ich denke, dass es beim Frühjahrstreffen des Forums ein Wiedersehen gibt.


Teilemarkt

Nach einem kleinen Imbiss gehts zum Teilemarkt. Meinen Helm kann ich an Gabors Stand lassen. Der Markt ist recht gross. Ich brauche eigentlich nichts und könnte auf der TS sowieso nur Kleinigkeiten mitnehmen. Trotzdem stöbert man natürlich ein wenig herum.
Nach einem Rundgang und einer Tasse Kaffee biegen wir noch in eine Seitenstrasse ein. Hier stehen abseits des "offiziellen" Marktes noch ein paar Kleinhändler. Am letzten Auto wird der Inhalt einer kompletten großen NVA-Holzkiste für 25 Euro angeboten. Ich krame mir ein paar Schmakerl heraus und bezahle ganze 5 Euro dafür. Ein Schnapperl muss sein sonst kann ich nicht schlafen.


Museum

Nach dem Teilemarkt gehts noch in das Motorradmuseum in der Burg. Wirklich sehr schön und absolut sehenswert.


Rückfahrt

Gegen 16:30 Uhr verlassen wir das Treffen. Wir wollen in einer Pension in Flöha übernachten, sehen auf der Durchfahrt aber nichts. Hinter Flöha entscheiden wir, weiter zu fahren und im nächsten Ort zu schauen.
Bei der Durchfahrt der nächsten Orte wieder das gleiche Ergebnis. Es ist fast dunkel und wir entschliessen uns, die Sache würdig abzuschliessen und die Rückfahrt im Dunkeln zu bestreiten.
Wir fahren natürlich etwas langsamer und sind gegen 20:45 Uhr wieder in Münchehofe. Gesamtstrecke ca. 450 km.


Wieder daheim

Unterwegs habe ich schonmal Bratkartoffeln zu Hause bestellt und meine liebe Frau hat uns nach Ankunft gut verköstigt. Wir sind nach dem Essen alle müde und gehen Schlafen.


Sonntag, 13.1.2008

Wir schlafen erstmal aus. Nach dem Frühstück nutzen Christian und ich das schöne Wetter und fahren nach Wünsdorf.
Bei einem Stopp kurz vor Wünsdorf wäre es beinahe passiert: mit nur ganz leicht gezogener Vorderbremse überfahre ich eine gefrohrene Stelle. Das Vorderrad blockiert und rutscht zur Seite. Ich lasse sofort die Bremse los und habe Glück - die TS fängt sich. Weiter gehts!

Das Motorradmuseum hat im Winter leider komplett geschlossen. Nach einer Bunkerführung durch Maybach II und Zeppelin verabschieden wir uns und Christian macht sich auf den Heimweg Richtung Potsdam. Für mich gehts zurück nach Hause.


Fazit

Die meisten Leute finden es etwas verrückt, wenn man im Januar MZ fährt. Die wirklich Verrückten kann man aber nur auf dem Camping-Gelände des Wintertreffens bestaunen und zu denen zähle ich nicht.
Bei Glatteis wäre ich auch nicht gefahren, dass hätte sicher mit einem Sturz geendet.
So war es ein tolles Januarwochenende mit schönen 500 Motorrad-Kilometern auf der TS. Zum ES-Treffen im Mai 2007 hätte ich mir so ein Wetter gewünscht.