Simson Habicht SR 4-4

Chance zur Wiedergutmachung

Der Habicht stammt aus Familienbesitz und begleitet mich schon seit Mitte der 1990er von den Anfängen meiner Zweiradbegeisterung bis heute. Und diese Geschichte ist bisher noch nicht abgeschlossen.
Ich habe zu Beginn im Grunde alles falsch gemacht aber aufgrund der Tatsache, dass es 2 Habichte waren kann ich diese Fehler wieder gut machen auch wenn es am Ende mehr als 20 Jahre dauern wird.

Aber immer der Reihe nach ...

Die 1990er

Mitte der 1990er Jahre, als mein Interesse für alte Zweiräder mit einem Simson Spatz aus dem Schrottcontainer startete, habe ich zwei Habichte geschenkt bekommen.

Einer stammte von meinem jetzigen Schwiegervater, der andere von dessen Bruder - also dem Onkel meiner heutigen Ehefrau.

Ich hatte damals keine Ahnung und habe munter drauf los geschraubt und mit Farbe experimentiert. Irgendwann war einer der Habichte mit grüner Baumarktfarbe lackiert und fuhr auch, der andere lag zerlegt im feuchten Hobby-Keller in der Scheune meines Elternhauses.
Damals als Jugendlicher fuhr ich mit dem Habicht "schwarz" im Wald herum.

Wenn ich heute einen Strich drunter mache stelle ich fest: Alles falsch gemacht.

Ab 2000

Ich arbeite inzwischen an meiner ersten MZ - der schwarzen 1959er ES 250. Technisch bin ich zweifelsohne besser geworden.

Der Habicht im völlig falschen grün steht aus Platzgründen einige Zeit bei der Oma meiner damaligen Feundin (heute Frau) im Schuppen unter. Die unberührten Reste des zweiten Fahrzeuges liegen noch immer im Keller bei meinen Eltern.

Ab 2008

Ich erwerbe das Doppelport Gespann. Ab jetzt begreife ich, was Originalzustand bedeutet. In den Folgejahren erweitert sich original zu authentisch.

Aus diesem Blickwinkel ist der Habicht natürlich etwas beonderes. Er stammt aus Familienbesitz, die Papiere sind vorhanden. Zu dem Fahrzeug gibt es mündlich überlieferte Geschichten, wie z.B. meine Schwiegermutter damit mal hingefallen ist.

Um das Jahr 2010

Ich beräume mein altes Domizil - den feuchten Keller bei meinem Vater in der Scheune. Dabei berge ich die unberührten Teile des 2. Habichtes. Der umlackierte steht inzwischen in meiner eigenen Scheune.

Die originalen Lackteile sind vom Zustand her besser als ich dachte. Mir ist sofort klar, dass eines Tages Wiedergutmachung stattfinden muss: Aus dem montierten Habicht und den unberührten Teilen muss ein Fahrzeug im Originalzustand gemacht werden.

Wie es der Zufall will existieren zum original erhaltenen Rahmen sogar noch die DDR-Zulassungspapiere.

Die Teile lege ich erstmal in eine Ecke meiner Scheune, damit alles zusammen bleibt.

März 2017

Die Geschichte geht weiter. Ich räume meine Scheune aus, da endlich der Fussboden gemacht werden soll. Dabei habe ich auch die Habicht-Teile in der Hand. Es wird Zeit, dort etwas zu machen. Nach einer Reinigung kommt ordentlich Öl drauf - besonders in die Blechfalze und alle angegammelten Ecken.

Die Teile werden verpackt und erhalten nun einen guten Platz im Regal.

Ich erinnere mich an eine S/W Foto datiert um 1980 auf dem der Habicht zu sehen ist. Ich lasse mir die alten Fotos geben, suche es raus und scanne es ein.

Die Zukunft

Mit dem Erstellen dieser Dokumentation ist damit erstmal ein Stand erreicht, auf dem sich aufbauen lässt und ab dem nichts mehr verloren geht.

Es wird in der Zukunft einen Startschuss geben. Irgendwann. Vielleicht wenn mein Sohn etwas älter ist, keine Ahnung.

Dann liegen die original erhaltenen Teile konserviert bereit und dann werde ich die vergangenen Fehler zumindest bei den Habichten teilweise wiedergutmachen können.

Da freue ich mich schon drauf.