Fachwerkhaus

Anbauernhaus von 1825

Das älteste Gebäude auf dem Museumshof NO 31 ist das im Jahr 1825 errichtete Wohnhaus. Bis 1990 haben 7 Generationen das Haus bewohnt.

Anhand der Bausubstanz und der 2017 aufgefundenen Dokumente lässt sich folgende Entwicklung nachvollziehen.

1825: Die Gebrüder Merker zu Münchehofe erhalten ein Stück Land aus der Gutsfeldmark und errichten darauf ein Doppelhaus. Dies wird durch das älteste erhaltene Dokument vom 5. August 1825 belegt.
Die Gebrüder Merker waren bis dahin als Tagelöhner auf dem Gut tätig und werden nun zu sog. Anbauern oder Büdnern - sie besitzen eine Wohnstelle und eine kleine Fläche zur landwirtschaftlichen Eigenversorgung. Die Fläche reicht jedoch nicht, um eine Familie zu ernähren. Die Bewohner sind daher weiterhin als Gutsarbeiter tätig.

Zwischen 1851 und 1876 wird das Wohnhaus an einer Seite um ca. 3 Meter verlängert. Dies geht aus verschiedenen erhaltenen Dokumenten hervor und lässt sich auch heute noch am Tragwerk nachvollziehen.
Auf einer Zeichnung von 1876 ist für das Haus noch der Zusatz "Fachwerk Rohrdach" vermerkt, d.h. zu dieser Zeit verfügte das Gebäude noch über ein Rohrdach.

1882: Aus einer erhaltenen Gebäudestandsmeldung geht hervor, dass das Wohnhaus nun teilmassiv und mit Ziegeldach ausgestattet ist. Daraus lässt sich ableiten, das zwischen 1876 und 1882 die massive Straßenseite (Ziegelbauweise) erichtet wurde und das Rohrdach durch ein Ziegeldach ersetzt wurde.
Die Rohrdächer wurden damals per Gesetz aus Brandschutzgründen nach und nach durch Ziegeldächer ersetzt.

Um 1900: An der Rückseite wird ein Teil in massiver Bauweise umgestaltet. Vermutlich hängt dies mit der Modernisierung der Küche zusammen.
Im Inneren des Hauses finden sich noch heute die Reste einer sog. schwarzen Küche oder Rauchküche. Diese wurde um 1900 zur Speisekammer umfunktioniert und eine neue moderne Küche mit Sparherd (geschlossene Feuerstelle) errichtet.

Um 1947: Die Haushälfte auf der heutigen Hausnummer 6 wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Heute stehen Alt- und Neubau Wand an Wand.

Um 1957: Das Haus erfährt die letzte Umbaumaßnahme. Auf dem Dachboden wird eine Stube eingebaut. Der Aufgang zum Boden wird versetzt. Giebel und Rückseite erhalten je ein zusätzliches Fenster.
Vermutlich werden in diesem Zusammenhang auch Fenster und Tür zur Straßenseite erneuert.

Seit 1993: Leerstand. Die Inneneinrichtung wird größtenteils ausgeräumt.

2017: Erste Maßnahmen zur Beurteilung der Bausubstanz. Erarbeitung von Ideen und Konzept zur Bestandsicherung und behutsamen Renovierung.

2018: Im April 2018 begutachtet eine Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalflege das Haus. Es wird in den kommenden Monaten in die Landesdenkmalliste eingetragen und damit unter Denkmalschutz gestellt.