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1825: Situationsplan Bau Wohnhaus

Dokument: Situaitonsplan zum Bau des Wohnhauses
Weiteres: Federzeichnung. Original im Archiv des Museumshof NO 31 Münchehofe
Datum: 5. August 1825 unterschrieben durch den Landrat des Kreises Teltow-Storkow Leopold von Albrecht
Aufgefunden: 2017
Digitalisiert: 2021
Entziffert durch: Peter Pinnau
Letzte Änderung: 14.11.2021

Dieses Dokument ist die älteste erhaltene Urkunde des Museumshofes No 31.

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Das Vertiko aus dem Pfarrhaus Münchehofe

Leider habe ich von diesem Möbelstück erst viel zu spät Fotos gemacht. Aber besser spät als nie und so schreibe ich das mir bekannte heute nieder.

Was ist ein Vertiko?

Aus Wikipedia: Das Vertiko, gelegentlich auch in der Schreibweise Vertikow, ist ein vertikal ausgerichtetes Behältnismöbel. Zumeist hat es zwei Türen und eine darüberliegende Schublade mit Deckplatte. Es ist höher als eine Kommode, aber niedriger als ein Schrank und besitzt meist einen regalartigen Aufsatz, der zum Aufstellen von Nippes diente….

Dieser Möbeltyp wurde von etwa 1860 bis 1910 hergestellt, also überwiegend im Stil des Historismus oder des Jugendstils.

Wie kam das Vertiko in meinen Besitz?

Im November 2017 oder 2018 – leider weiß ich das nicht mehr ganz genau – hat der Gemeindekirchenrat Münchehofe zu einem Arbeitseinsatz auf dem Grundstück des Pfarrhauses aufgerufen. Mein Sohn und ich haben daran teigenommen. Abgesehen davon, dass solche Einsätze gut für den Zusammenhalt im Ort sind, dachte ich mir schon, dass das ein oder andere historische Relikt aus der Ortsgeschichte auftauchen wird und ich ggf. in rettender Funktion tätig werden kann.

Die zu diesem Zeitpunkt noch im Dienst befindliche Pastorin war mit der Pflege des Grundstücks scheinbar überfordert oder setzte die Prioritäten an anderer Stelle. Es hatten sich zahlreiche Helfer eingefunden und es standen folgende Aufgaben an:

  • Zurückschneiden des üppigen Buschwerks auf dem Hof. Für das Gestrüpp stand ein mobiler Schredder bereit.
  • Entsorgen von Müll aus dem ehemaligen Stallgebäude. Dafür stand ein Abfallcontainer bereit, der sich relativ schnell füllte.
  • Zurückschneiden von Bäumen, da einige Äste Schaden am Dach des Stallgebäudes verursachten.
  • Abbrennen von dafür tauglichem Abfallholz direkt vor Ort mit Umtrunk

Die Arbeit kam gut voran und es wurde ein geselliger Tag.

Im ehemaligen Stallgebäude lag wirklich eine Menge Abfall herum. Als dieser beseitigt war blieb ein unscheinbares Regal übrig, welches an Ort und Stelle verbrannt werden sollte. Leider habe ich damals kein Foto davon gemacht. Ich erkannte aber schnell, dass sich unter den aufgetackerten Kunststoffdecken ein älteres Möbelstück verbarg.

Die Einlegeböden waren offenkundig unfachmännisch nachträglich eingesetzt worden. Alles schief und DDR-typisch mit Kunststoff bespannt. Man konnte darauf noch die Spuren diverser Farbtöpfe erkennen, die im Laufe der Jahrzehnte in diesem Regal gestanden hatten.

Als es nun auf das Feuer sollte habe ich das erstmal gestoppt. Gegen Ende des Einsatzes musste ich dann entscheiden – mitnehmen oder verbrennen lassen? Es sind immer wieder diese Moment, in denen man blitzschnell Entscheidungen treffen muss. Ich kam zu dem Schluss, der erstmal nicht falsch sein kann – zunächst Sichern, ins Lagerfeuer kann man es später immer noch geben.

So kam das Vertiko – damals wusste ich noch nicht was es ist – zu mir.

Dornröschenschlaf

Ich habe das armselige Möbel zunächst in der ehemaligen Tischlerei abgestellt. In den Jahren danach habe ich tatsächlich immer wieder überlegt, es bei einem Lagerfeuer mit zu verbrennen.

Dann kam das Jahr 2019 – Trennung, Krankheit, Auszug, neues Leben? Das Vertiko wartete geduldig, bis es an der Reihe war. Und dies sollte im April 2020 geschehen. Ich hatte im Februar eine Wohnung unweit des Museumshofes bezogen und mich dort größtenteils gebraucht eingerichtet.

Auf der Suche nach einem Möbel für den Flur fiel mir das Regal aus dem Pfarrhaus ein. Ich wollte es mir anschauen und entweder für den Flur aufbereiten oder endgültig entsorgen.

Aufarbeitung

Folgendes wurde gemacht:

  • Ausbau aller nachträglich eingezimmerten Spanplatten und Bretter
  • Kunststoffbespannung oben entfernt.
  • Tackerklammern gezogen
  • 2 Böden aus Leimholz eingebaut und damit Gesamtkonstruktion stabilisiert
  • Fehlendes Bodenstück nachgebaut mit passender Verzahnung
  • Umlaufende Zierleiste geleimt (war gebrochen)
  • Weitere Fehlstellen geleimt
  • Nach Montage dunkel gebeizt und gewachst
  • 4 einfache Füße aus einer Kiefernstange

Bei den Böden habe ich darauf geachtet, dass die IKEA Dröna Boxen passen. Die Boxen gibt es in vielen tollen Dekors. Ich habe Schuhe, Mützen und das Altpapier in den Boxen.

Hier eine Fotostrecke. Leider habe ich kein Bild vom Anfang der Arbeiten:

The big picture or putting things together

So richtig spannend wurde das Thema erst, nachdem mir auf irgendeiner Website zufällig eine Ebay-Kleinanzeigen Werbung zu einem sog. Vertiko angezeigt wurde. Mit fiel sofort eine große Ähnlichkeit zu meinem Schränkchen auf und ich habe mir das angeschaut und mich dann mit dem Begriff beschäftigt.

Es war auch schnell klar, warum in der Ablagefläche oben zwei relativ große Bohrungen sind. Diese stammen von dem Aufsatz, den das Vertiko ursprünglich einmal hatte (zum Aufstellen von Nippes wie es bei Wikipedia heisst ;).

Aufgrund der zeitlichen Einordnung (1860-1910) kann man davon ausgehen, dass das Vertiko in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert im Pfarrhaus stand und später aussortiert und in der Endkonsequenz als Regal verbastelt im Schuppen landete. Es stand mehrmals kurz vor der Entsorgung.
In der Sammlung schließt sich der Bogen zum Pfarrhaus über eine Postkarte (https://unterbrecher.de/ansichtskarte-pfarrhaus-muenchehofe-1911/) sowie eine ganze Reihe von Gegenständen aus dem Nachlass der Pfarrersfamilie Röhl (bis ca. 1960 in Münchehofe). Die Gegenstände wurden ebenfalls bei dem Aufräumeinsatz geborgen.

Bei einem Besuch im Museum Kornspeicher Straupitz im Jahre 2020 fiel mir auf, dass dort ein sehr ähnliches Vertiko steht – allerdings noch mit Türen aber auch ohne Aufsatz aber mit den Bohrungen. Möglicherweise sind beide Stücke hier in der Region an selber Stelle gefertigt worden.

 

1875: Statut des Landwehr Vereins zu Münchehofe

Dokument: Statut des Landwehrvereins zu Münchehofe
Weiteres: Handschriftlich, Reste einer Fadenbindung erhalten. Original im Archiv des Museums NO 31 Münchehofe
Datum: 26. September 1875 Bestätigung durch Amtsvorsteher am 29. September 1875 Nachtrag nach Versammlung am 2. Januar 1876
Aufgefunden: 2017
Digitalisiert: 2017
Entziffert durch: Thomas Ruch, Peter Pinnau
Letzte Änderung: 30.10.2017

Hintergrund zum Dokument
Das Archiv des Museums NO 31 enthält ein 8-seitiges Statut des Landwehrvereins zu Münchehofe. Das Statut wurde am 25.9.1875 durch die Gründungsmitglieder des
Vereins unterzeichnet und am 29.9.1875 durch den Vorsteher des Amtes Münchehofe (Hauptmann a.D. Schmidt ) bestätigt. Die Urkunde belegt damit die Gründung des Landwehrvereins zu Münchehofe.

Auf den Folgeseiten wird das gesamte Dokument gezeigt. Die Handschrift wurde
mühsam entziffert und der Textinhalt ist auf den Nachbarseiten jeweils in moderner
Druckschrift wiedergegeben. Formalitäten, Mitgliedsbeiträge, die Durchführung von
Versammlungen und die Bestellung des sog. Rendanten werden in § 1 bis 13 geregelt.
Ab §14 wird der Hauptzweck des Vereins deutlich: Bei Tod eines Mitgliedes stellt der
Verein eine Mannschaft für das Begräbnis und übernimmt auch die mit der Beerdigung verbundenen Kosten für Formalitäten, Musik und Kaffeetafel. Die Bestattungsmodalitäten werden im Detail geregelt.

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Start am Türbogen

Heute werden die ersten Fugen des Rundbogens über der Türöffnung erneuert. Da das Tageslicht aufgrund der Jahreszeit zunehmend knapper wird, geht es nun langsamer voran. Aber der Fortschritt ist ganz klar erkennbar.

Die auf den Fotos gezeigten Mauerwerkspartien waren vor der Instandsetzung im Grunde abbruchreif. Das letzte Bild zeigt das sehr deutlich.

Giebel abtragen

Der beschädigte Giebel hat sich nochmals verändert. Bevor Personen zu Schaden kommen oder durch den Einsturz unkalkulierbare Schäden am Rest des Gebäudes eintreten, entschließe ich mich kurzerhad, den Rasenmäher beseite zu stellen und mit dem Abtragen der Wand zu beginnen.

In Schritt 1 müssen eine Sparrenbreite Dachsteine aufgenommen werden. Die Biberschwänze bleiben fast alle heil. Wenn man vorsichtig ist, kann man auf der Lattung noch laufen. Aber man muss dicht am Balken bleiben und einige Dachlatten zerbrechen auch. Leiter rauf, Leiter runter – am Folgetag habe ich trotz guter Kondition Muskelkater.

Das Mauerwerk trage ich nun langsam von oben ab. Die guten Steine gehen runter auf den Rasen, der Schutt kommt nach innen auf den Haufen.

Die ganze Aktion geht gut voran. Außer einer Ladung Putz im Auge gibt es keine Vorkommnisse. Das Auge muss ich aber auswaschen. Zum Glücl fällt der lästige Krümel irgendwann raus und das Auge macht keine Zicken.

Am Abend ist der Giebel soweit zurückgebaut, dass erstmal keine Gefahr mehr droht. Der Schutt ist weg geschafft.

 

Mauersteine zurück geholt

Noch bevor meine damalige Ehefrau und ich 2009 den heutigen Museumshof gekauft hatten, haben wir Mauersteine vom damals schon eingefallenen Teil der Stallscheune geholt und für unseren Garten nebenan dekorativ verwendet.

Nun hat meine Ex-Frau für den Garten neue Pläne und benötigt die Mauersteine nicht mehr. Ich erhalte sie zurück und habe sie wieder auf den Hof geholt und erstmal trocken aufgestapelt.

Diese Steine stammen wie die übrigen des Gebäudes aus der ehemalige Münchehofer Ziegelei. Damit haben alle das gleiche Format.

Vermutlich werden sie zukünftig zum Pflastern des Fussbodens zum Einsatz kommen. Die übrigen Fotos zeigen den aktuellen Stand nach den letzten Arbeiten am Sonntag.

Es ist schon faszinierend wie eine totgesagte Ruine langsam wieder aufersteht.

Stiftskizze Kaiserbahnhof Halbe

Diese Zeichnung (Fineliner) enstand spontan im Winter 2021 anhand einer alten Postkarte. Der Kaiserbahnhof in Halbe wurde im 19. Jahrhundert als Empfangsgebäude für den deutchen Kaiser gebaut. Dieser nutzte die Gegend um Halbe traditionell als Jagdgebiet und reiste modern mit der Görlitzer Bahn an.

Der Bahnhof wurde später stark umgebaut und war mit dem Ende der DDR mehr oder weniger abgewohnt. Ein Neuseeländer hat das Gebäude vor einigen Jahren erworben und mit viel Aufwand saniert.

Mehr

Start Sanierung der Tischlerei/ Stallscheue

Das massiv errichtete Ziegelgebäude, in dem die Tischlerei seit den 1960er Jahren bis zur Wende 1990 betrieben wurde, befindet sich Stand 2021 in eher schlechtem Zustand:

  • Ein Giebel neigt sich
  • Das Dach ist teilweise undicht
  • Da ein baufälliger Anbau abgerissen wurde, ist an dieser Stelle nun ein großes Loch im Mauerwerk. Regenwasser hat an dieser Stelle den dünnen Kalk zwischen den Steinen ausgespühlt.

In den vergangenen Jahren war nicht klar, wie es mit diesem Gebäude weitergeht. Durch Trennung und Krankheit stand auch hier alles vor der totalen Aufgabe. Inzwischen ist die Situation viel besser als sie jemals war. Im Mai 2021 habe ich begonnen, dass Mauerwerk instandzusetzen. Ich habe erstmal getestet, ob ich das überhaupt kann. Ergebnis: Es dauert alles seine Zeit aber es wird!

Die ersten Versuche im Mai 2021

 

August 2021: Der Pfeiler wird langsam fertig

Der marode Giebel

 

Inzwischen habe ich schon einen groben Plan, wie es weitergeht:

  • Rückwand stabilsisieren (bereits begonnen)
  • Fundamentgründung nachrüsten (so gut wie möglich)
  • In 2022 das Dach (teilweise) abdecken und den maroden Giebel abtragen. Verschlissene Holzkonstruktion an den Giebelseiten erneuern und wo nötig ausbessern.
  • Der Giebel wird komplett als Holzkonstruktion neu errichtet.
  • Straßenseitige Wand ertüchtigen
  • Dacheindeckung erneuern
  • Erhaltenen Giebel neu verfugen und instandsetzen.
  • Elektrik und Wasserinstallation im Fußboden verlegen
  • Fußboden erneuern.

Wie immer gibt es jede Menge Gegenwind und Demotivation. Die einen sagen, dass es nichts werden kann und am Ende sowieso alles abgerissen wird. Die anderen halten mich für dumm, weil die Hälfte des Hofes meiner Ex-Frau gehört. Das wird mich aber nicht aufhalten.