Motorrad

Motorradaustellung auf dem Museumshof No 31

Ausladen und erste Pflegemaßnahmen

Am Freitag habe ich frei und lade die Maschine aus dem Kofferraum aus. Mein Sohn und der Nachbarsjunge helfen mir dabei.

Es folgen die ersten Pflegemaßnahmen:

  • Reinigung der Reifen und Einreiben mit Silikon
  • Einsprühen aller Schrauben mit Kriechöl
  • Grobe Reinigung der Räder vor dem Einbau
  • Abspühlen der Maschine mit dem Gartenschlauch und vorsichtige Wäsche mit Seife
  • Trocknen mit Druckluft und Lappen
  • Demontage des Schmutzfängers am Heckschutzblech
  • Reinigung der Chromteile mit Nevr Dull

Nun zeigt die Maschine ihr Potenzial.

 

 

Auf nach Barleben

Im Juli 2021 erhalte ich eine Anfrage über die Unterbrecher.de-Seite. Die Absenderin hat eine ES 250 von Ihrem Opa geerebt. Als Kind ist sie selbst noch auf dem Motorrad mitgefahren. Es soll sich um ein 56er Baujahr handeln, allerdings auf Einport umgebaut.
Das Motorrad soll aus Platzgründen verkauft werden und sie fragt, was ein angemessener Preis wäre.

Ohne Fotos und weitere Informationen ist das natürlich nicht präzise zu bestimmen. Ich erfrage weitere Details und erhalte Antwort. Fotos kommen ein paar Tage später weil die Maschine auswärts steht und dort auch weg soll.

Anhand der Fotos ist folgendes ersichtlich:

  • Originallack grün in schöner Erhaltung. Blechtteile alle original, jedoch wurden am vorderen Kotflügel und an den kleinen Deckeln an der Seite Zierelemente angeschraubt, so daß dort Bohrungen drin sind.
  • DDR KFZ Brief aus Dezember 1957
  • Die Maschine stammt aus 1957. Die FIN+Motornummer liegt im Bereich #49XX.
  • Der Motorblock ist noch der originale, jedoch wurden Zylinder und Auspuff gegen Einport-Teile getauscht. Der Grund dafür war, dass sich die Ehefrau des früheren Besitzers ständig am Auspuff verbrannt hat.
  • Stoßdämpfer nicht mehr original
  • Rücklicht nicht mehr original
  • Lenker und Armaturen nicht original

Ich überlege hin und her und entscheide mich nach einigen Tagen dazu, ein Angebot für die Maschine zu machen. Nachfolgend telefonieren wir und sind uns schnell einig.

In den folgenden Tagen räume ich meinen Opel Kombi aus, da wir damit im Urlaub waren und hinten eine Matratze drin hatten. Da ich für den Urlaub die Rücksitze teilweise ausgebaut hatte, verfügt der Wagen nun über maximalen Laderaum. Ich messe alles aus und komme zu dem Ergebnis, dass die MZ nach Demontage der Räder dort hineinpassen sollte. Kritisch ist die Kofferraumöffnung, da dort die geringste Höhe ist.

Am 5. August habe bis 14 Uhr beruflich zu tun und starte im Anschluß mit dem Astra Richtung Barleben. Ich komme gut durch und am Ziel erwartet mich eine Maschine, die noch viel schöner ist als auf den Bildern erkennbar. Dazu erhalte ich noch die Ledersachen und den Perfekt Helm des Großvaters und ein altes Schwarz/Weiss Foto, auf dem die Maschine schon im umgebauten Zustand zu sehen ist.

Nach Ausbau der Räder passt sie tatsächlich problemlos und aufrecht in den Opel. Auf der Rückfahrt regnet es stark und ich bin froh, dass ich keinen offenen Anhänger gewählt habe.

 

 

Haltebügel Originallack rot

Vor einiger Zeit hat jemand an mich gedacht und auf einem Markt einen roten Haltebügel für die 251 in original roter Farbe gekauft. Er ist heute in der Nähe unterwegs und bringt mir das Teil vorbei. Natürlich montiere ich den Bügel auch gleich noch.

Jetzt stimmt die Linie des Motorrades wieder. Der in Frankreich umgerüstete Edelstahl Kofferträger ist sicher praktisch aber doch recht groß.

Vinyl MZ ETS 250 Frank Schöbel

Diese Amiga Schallplatte aus der ehemaligen DDR hat mir ein Kunde überlassen. Das Cover zeigt die  MZ ETS 250 Trophy Sport im neuen Finish wie sie ab Mitte 1971 vom Band lief.

Die Platte stammt aus 1973. Die abgebildete Schallplatte kommt aber aus einer Nachpressung von 1974. Scheinbar ist damals beim Druck der Verpackung etwas schief gelaufen. Die Farben liegen nicht richtig übereinander. Das Foto sieht daher verschwommen aus.

Das MZ Männchen – MZ Boy

Das MZ Männchen wurde 1956 in einer Pressemappe vorgestellt. Die erste Version im typischen Design der 1950er Jahre ist in einigen Prospekten aus dieser Zeit zu sehen, taucht aber in den 60er Jahren nicht mehr auf.

Gegen Ende der 60er-Jahre erscheint das MZ-Männchen in veränderter Form. Auch dieses Männchen findet sich bis Anfang der 70er-Jahre in einigen Prospekten.

Beide MZ Männchen wurden auch als Werbefiguren hergestellt:

  • Altes Männchen (50er) als ca. 8cm große Figur aus Gummi (nicht in der Sammlung)
  • Neues Männchen als ca. 7cm große Figur aus Hartgummi in verschiedenen Farbgebungen. Eine solche Figur befindet sich in der Ausstellung. Diese Figuren werden auch nachproduziert. Die Nachfertigung erkennt man daran, das oben eine Öse zum Anhängen an einen Schlüsselbund o.ä. befestigt ist. Die originalen Figuren haben diese Öse nicht.
  • Neues MZ-Männchen als ca. 20cm große Figur aus Hartplastik oder sogar Keramik. Ein solches Männchen konnte mit viel Glück für die Ausstellung erworben werden. Die Figur befindet sich noch in der originalen zylinderförmigen Kunststoffverpackung mit Pappdeckeln. Es handelt sich um ein sehr seltenes Stück.
    Die Verpackung trägt die Bezeichnung „MZ Boy“. Vermutlich wurden diese Figuren als Werbeartikel in erster Linie für das Ausland gefertigt. In einem französischen Anzeigenportal ist mir vor einigen Jahren auch einmal eine solches Männchen aufgefallen.
    Die großen Figuren unterscheiden sich alle im Detail, d.h. es handelt sich um einzeln handgefertigte Puppen.

MZ Zündhölzer 1960er Jahre

Eine wahre Rarität ist dieses Streichholz Mäppchen aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Es dürfte aus dem Jahr 1962 stammen, da die links abgebildete ES 125/150 noch frühe Merkmale wie Latztank und die Urform der Kniekissen zeigt. Die Rückseite zeigt einen stilisierten Kopf mit Motorradhelm und MZ-Logo.

Aufkleber nachaltern

Leider hat jemand die beiden „ETZ 251“ Aufkleber auf den Seitendeckeln und auch die MZ-Buchstaben am Tank entfernt. Mglw. sollte der Lack erneuert werden wozu es aber glücklicherweise nicht gekommen ist.

Heute ist ein Paar nachgefertigte Aufkleber in der Post. Diese passen gut wirken aber etwas fremd an der ETZ, die natürlich schon ein paar Gebrauchsspuren aufweist.

Die Aufkleber erhalten mit feinem Sandpapier und dem Fingernagel ein paar Beschädigungen auf der Fläche und an den Rändern. Im Ergebnis vielleicht etwas zu viel aber im Gesamtbild sieht es jetzt so aus als wären diese Aufkleber dort schon immer dran.

Wenig später erwerbe ich einen Satz MZ-Buchstaben für den Tank und klebe diese an.

Erste Aufbereitung

Zunächst wird erstmal der weitere Verfall aufgehalten und ich fange schon einmal an, noch das bestmögliche aus den angegammelten Chromteilen heraus zu holen. Hinten ist ein Blinker abgebrochen und hängt nur noch am Kabel. Das ist schnell repariert.

Die gigantischen Chrombügel unter dem Tank werden demontiert. Es handelt sich dabei offenbar um extra für die TS bzw. ETS produziertes Zubehör. An der Seite sind Reste des Herstelleraufklebers zu sehen und die obere Befestigung passt genau auf den Blechprägerahmen.
Rein optisch gefällt mir das Teil allerdings überhaupt nicht. Ich werde es aufbewahren aber nicht anbauen.

Ich werde zeitnah den Zylinder hochnehmen und dort mit etwas Öl gegen Rost verbeugen.

Mittelfristig werde ich die TS erstmal nicht zum Laufen bringen, da ich genug Motorräder zum Fahren habe.

Das Ziel ist erstmal, so eine „Trophy Sprint“ zu konservieren. Vielleicht findet sich noch eine Möglichkeit, das französische Werbematerial im Original zu bekommen. Wenn ich es richtig verstanden habe handelt es sich im Zeitschriftenwerbung aus der französischen Motorradpresse der 70er-Jahre.

Lieferung aus Frankreich

Heute traf die Lieferung aus Frankreich ein. Um den Platz im Transporter besser auszunutzen habe ich die Augen weiter offen gehalten und wir hatten noch einige ETS-Teile und eine ETZ 251 in original dunstgrau und mit rot lackierten Stoßdämpferfedern organisiert. Die beiden Motorräder und 4 Kartons wurden von einem Transportunternehmer in der Nähe von Paris eingeladen und einen Tag später bei mir angeliefert. Danke nochmal an Andreas aus Berlin!

Es ist natürlich sehr spannend wenn man so ein Motorrad dann das erste Mal in natura sieht. Im Ergebnis ist die Maschine noch ein Stück originaler und besser als ich zuerst dachte. Bis auf wenige Schrauben und die fehlende Rücklichtkappe scheint wirklich alles original zu sein. Auch Kleinigkeiten wie Bowdenzüge , Kabelbinder usw. Der Tacho zeigt gerademal 7000 km. Luftpumpe und Werkzeugwickel sind auch noch dabei.

Vom Vorbesitzer wurde ein Tank in anderer Farbe montiert, da der originale innen rostig ist. Zum Glück ist der alte Tank aber mit dazu.