Touren

ES Doppelport Treffen 2016

Vom 2. – 5. Juni 2016 fand auf dem Museumshof das 5. ES Doppelport Treffen statt. In diesem Jahr war ganz klar Dimo aus Bulgarien der Star der Veranstaltung. Er fuhr auf seiner Maschine über 2000km durch mehrere Länder, um am Treffen teilzunehmen. Die Doppelport stammt von seinem Großvater. Dimo fand die Maschine vor einigen Jahren in desolatem Zustand wieder und restaurierte sie mit großem Aufwand. Am Beamer zeigte er uns Impressionen seiner langen Anfahrt.

Ein weiteres Highlight war ein zweites grünes Doppelport Gespann im Originalzustand.

Am Samstag haben wir bei einer Ausfahrt den Teilemarkt in Wünsdorf besucht. Insgesamt war es eines der schönsten Treffen.

Das Treffen und die Vorbereitung habe ich in einem kleinen Film festgehalten:

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Back to basic

Zwei schöne Wochen im April 2013

Meine Frau hat ein zweiwöchiges Praktikum an der Uni und ich „muss“ daher beruflich kürzer treten, um mich um die Kinder kümmern zu können. Unsere Tochter hat die ersten beiden Wochen in der KITA hinter sich und es läuft schon ganz gut.

Eigentlich hatte ich geplant, an ein paar Vormittagen Fortschritte an der DKW SB 200 zu erzielen, jedoch waren alle benötigten Teile zur Reparatur ausser Haus und nichts wurde rechtzeitig fertig.

Montag, 15.4.2013

Nachdem ich beide Kinder im Kindergarten abgegeben habe, starte ich zu einer kleinen Runde auf der ETS. Der TÜV ist im August 2012 abgelaufen aber das sollte für die kommenden drei Tage kein Thema sein.

Es geht auf kleinen Straßen durch die nähere Umgebung im Spreewald.

Gegen 11:30 Uhr hole ich meine Tochter wieder ab, da sie heute noch einmal zu Hause Mittagschlaf machen wird.

Sie schläft heute lange und ich räume ein Bissl die Wohnung auf und spüle im Anschluß endlich mal den Winterdreck vom ETZ-Gespann.

Am Nachmittag holen wir gemeinsam den großen ab und danach gehts zum Eis essen und Spielen nach Teupitz.

Dienstag, 16.4.2013

Der Vortag war perfekt. Warum also nicht einfach wiederholen. Heute ist etwas mehr Zeit, da meine Tochter das erste Mal im Kindergarten Mittagschlaf machen wird.

Ich wähle wieder die ETS und fahre nicht zu weit weg. In Schlepzig esse ich zum Mittag eine Soljanka beim Fleischer. Es ist noch ein Laden nach alter Tradition und schon lange in Familienhand. Der Geruch nach Rauch und Gewürzen läßt sich kaum beschreiben – ein echtes Gesamterlebnis.

Gegen 14:15 Uhr hole ich die Kinder ab und ich beschließe, dass wird nochmal zusammen zum Fleischer fahren.

Vorher essen wir allerdings noch ein Eis und schauen uns den Weidendom und den Kahnhafen an.

Mittwoch, 17.4.2013

Heute starte ich so früh wie möglich wieder mit der ETS und das Ziel ist Lakoma, ein Ort den es eigentlich nicht mehr gibt.

Die letzten Häuser von Lakoma befinden sich südlich von Peitz. Der Rest des Ortes und die Lakomaer Teiche wurden durch den Tagebau Cottbus Nord von der Karte radiert. Das ganze ist erschreckend und faszinierend zugleich.

Zum Mittag kehre ich in ein Lokal auf dem Peitzer Marktplatz ein. Zufällig kommt ein Bekannter aus dem MZ-Forum vorbei und wir plaudern ein wenig.

Nach dem Essen muss ich zügig zurück nach Hause, um die Kinder abzuholen. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube dass wir in Märkisch Buchholz noch ein Eis gegessen haben.

Abends habe ich noch einen Termin zur Gesellschaftersitzung. Ich fahre nochmal mit der ETS und bin gegen 23:30 Uhr wieder zu Hause.

Donnerstag, 18.4.2013

Vormittags habe ich einen beruflichen Termin. Im Anschluß hole ich die Kinder ab. Ich glaube, wir haben an diesem Donnerstag nichts weiter unternommen.

Freitag, 19.3.2013

Vormittags habe ich wieder einen beruflichen Termin. Im Anschluß hole ich die Kinder ab und es geht wieder nach Teupitz Eis essen. Meine Frau hat früher Schluß und ist auch dabei.

Natürlich geht es noch auf den Spielplatz. Die geplante Fahrt durch die Autowaschanlage fällt aus, da dort eine Schlange steht.

Wochenende

Am Samstag gibt es Differenzen zum Zustand der Wohnung. Ich habe nach der schönen Woche nur bedingt Verständnis für dicke Luft und meine Laune ist entsprechend schlecht.

Am Sontag sieht die Situation schon etwas besser aus.

Montag, 22.4.2013

Am Vormittag repariere ich endlich meine alte Fliegerbrille, die ich zum Perfekt Helm trage. Ausserdem bringe ich noch 2 Krümmer zum Schweissen, aus denen ein passender für die DKW entstehen soll.

Ich hole die Kinder ab und wir fahren nach Wendisch Rietz. Hier gibt es einen kleinen Tierhof mit Spielplatz. Im Anschluß wollen wir noch in den Eisenbahn Park aber dieser hat geschlossen. Als „Ersatz“ schauen wir und die echte Eisenbahn auf dem Bahnhof Wendisch Rietz an. Die Steuerung der Signale und Weichen geschieht hier noch ganz klassisch über große Hebel im Bahnhofsgebäude und Seilzüge.

Wir machen noch einen kleinen Einkauf und dann geht es nach Hause.

Am Abend kommt noch mein Kumpel Dirk mit einem Computer Problem. Er muss eigentlich schnell wieder los, da die Familie im Auto wartet. Erfahrungsgemäß dauert der Computer-Kram aber länger und ich habe eine ganz andere Idee: Die Familie fährt los. Wir haben Zeit für den Computer und am nächsten Tag drehen wir ne kleine Motorrad Runde. Motorrad und Klamotten sind ja in mehrfacher Ausführung vorhanden. Ein Platz zum Übernachten findet sich auch.

Nachdem der Rechner wieder startklar ist, machen wir die schwarze ES und die TS 250/1 schonmal startklar.

Dienstag, 23.4.2013

Dirk und ich bringen die Kinder in die KITA. Um kurz vor 9:00 Uhr starten wir Richtung Ketzin. Ziel ist das Restaurant „An der Fähre“.

Wir kommen gut voran und sind gegen 11:30 Uhr  an der Havelfähre. Nach dem Übersetzen kehren wir ein. Ich bestelle als erster Gast der Saison ein Spargelgericht. Die Sonne kommt langsam raus und das Schnitzel schmeckt hervorragend.

Gegen 13:45 Uhr sind wir wieder zurück auf der anderen Havelseite. In dem Moment, als wir vom Tisch aufgestanden sind, begann der Rückweg. Zum Schluß stehen ca. 250km auf dem Tacho.

Wir fahren die gleiche Route zurück und ich nehme unterwegs noch Spargel für zu Hause mit. Die Saison hat gerade gestartet und das Kilo kostet stolze 9 Euro.

Wir sind halbwegs pünktlich im Kindergarten und gehen in Märkisch Buchholz noch ein Eis  essen.

Mittwoch, 24.4.2013

Vormittags habe ich einen beruflichen Termin. Ich hole die Kinder ab und heute geht es ins Agrarhistorische Museum nach Schlepzig. Vorher gibt es noch ein Eis in Neu Lübbenau.

Das Museum ist sowohl für mich als auch für die Kinder interessant. Wir kaufen noch etwas ein und dann geht es nach Hause.

Donnerstag, 25.4.2013

Vormittags habe ich einen beruflichen Termin. Heute unternehmen wir mal gar nichts und spielen im Garten.

Da meine Schwiegermutter auf die Kinder Acht gibt, kann ich in der Bude ein Bissl Klar Schiff machen.

Freitag, 26.4.2013

Der letzte freie Tag 😉 Es gibt so viel zu tun – aber das Wetter lockt und heute geht es mit der TS 250/1 nach Dobbrikow. Das Bargeld reicht für einen Kaffee. Auf dem Rückweg komme ich an einem Automaten in Luckenwalde vorbei und somit kann ich noch im Wirthaus Mittelmühle Mittag essen.

Mit den Kindern geht es am Nachmittag mit dem Bollerwagen zum Einkaufen im Ort.

 

Back to Basic

Zwei absolut gelungene Wochen. Ich konnte einfach und unkompliziert viel mit den Kindern unternehmen und auch endlich mal wieder ein paar stressfreie Runden mit dem Moped drehen. Ein paar aufgeschobene Dinge habe ich auch noch erledigt – wenn auch noch genug anderer Kram wartet.

Ganz einfach und ohne große Ziele – eben back to basic.

Einen Fotoapparat habe ich nie mitgenommen. Mit dem Handy habe ich ein paar wenige Bilder geknipst, daher ist die Qualität nicht die Beste.
Als ich mit den Kindern unterwegs war, habe ich keine Gedanken ans Fotografieren verschwendet.
Die festen beruflichen Termine konnte ich einhalten und vieles andere wurde halt mal auf später verschoben oder einfach gestrichen.
Ich freue mich schon auf das nächste Praktikum.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob und ggf. wie sich diese Leichtigkeit teilweise auch auf das „normale“ Leben übertragen lässt. Vieleicht geht es einfach nicht – keine Ahnung.

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Doppelport Treffen 2012

Unter dem Titel „Treffen der Königinnen“ waren 2011 in Berlin ein Großteil der auf der Welt vorhandenen „Mauritius“ Briefmarken in einer Sonderausstellung zu sehen. Eine vergleichbare Versammlung dieser bekannten Marken hatte es nie zuvor gegeben.

Im Jahr 2012 wurde der Titel „Treffen der Königinnen“  für ein ES Doppelport Treffen wieder aufgegriffen. Das Treffen fand vom 11. bis 13. Mai in Münchehofe/ Spreewald statt.

Das Treffen war in mehrerlei Hinsicht etwas ganz besonderes:

  • 10 der legendären Doppelport Modelle an einem Ort. Dazu noch eine Einport 250er und 2 ES 175 bis Baujahr 1958.
  • 5 Doppelport Modelle bei der Ausfahrt, die ohne technische Probleme gefahren wurde.
  • Viele interessante Gespräche rund um die frühen ES Modelle
  • Zusammenrücken der online organisierten Szene durch persönlichen Kontakt.
  • Fotomotive, die noch nie in ähnlicher Weise zusammen standen
  • Querschnitt aus restaurierten und unrestaurierten Maschinen

Nach über 3 Monaten Vorbereitung fand das Doppelport Treffen trotz unsicherer Wetterprognose statt. Bis auf Freitag Abend zeigte sich der Himmel aber gnädig.

Donnertag, 10.5.2012

Die ersten beiden ES treffen in Münchehofe ein. Es handelt sich um eine schöne originale Einport 250er aus 1958 und ein Doppelport Modell mit Duna Seitenwagen, welches noch auf eine Instandsetzung wartet.

Freitag, 11.5.2012

Gegen 10:00 Uhr trifft ein Bekannter aus dem MZ-Forum ein. Wir haben viel vor und müssen die letzten Vorbereitungen treffen. Die Sonne brennt bei kanpp 30 Grad. Danke nochmal an den Aviator.

Am Nachmittag treffen die ersten Gäste ein. Gegen 19:00 Uhr ist die Scheune bereits gut gefüllt. Ich bemühe mein ES-Gespann, um noch Käse und Milch aus der im Ort ansässigen Gläsernen Molkerei zu holen. Auf dem Rückweg werde ich dann nass. Es regnet – das Treffen ist eröffnet!

Es kommt das, was kein Gastgeber gebrauchen kann: Die Vorbereitungen und die Vorfreude fordern ihren Tribut – akute Kreislaufprobleme. Ich liege im Wohnzimmer auf dem Sofa und die Decke dreht sich. Im Gesicht habe ich aber hin und wieder ein breites Grinsen. Die Sache ist jetzt angelaufen und es wird gut werden.

Meine Frau springt ein und macht wie geplant Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl fertig.

Im weiteren Verlauf des Abends komme ich wieder auf die Beine und kann wieder ins „Veranstaltungszelt“. Allerdings bleibt ein leichtes Schwindelgefühl über das gesamte Wochenende erhalten. Der Abend endet gegen 1:00 Uhr.

Samstag, 12.5.2012

Am Morgen und am Vormittag treffen die letzten Gäste ein. Es wird geredet und fotografiert. Gegen Mittag starten wir zur Ausfahrt. Ich habe zunächst überlegt, ob der Kreislauf mitmachen wird. Unterwegs auf dem Gespann geht es komischerweise sofort besser. Ziel ist das Museumsdorf Glashütte. Wir fahren über ganz kleine Straßen durch die märksiche Landschaft.

In Glashütte findet zufällig ein Harley Treffen statt und es gibt auch 2 ältere Modelle zu sehen. Nach einer Stärkung im Gasthof Reuner und einer kurzen Runde zur neuen Hütte geht es auf den Rückweg. Die Bunkerbesichtigung in Wünsdorf fällt dem Zeitplan zum Opfer und somit geht es nach Teupitz, um Grillzeug zu besorgen. Wir machen noch einen Kaffeestopp am See und sind gegen 17:00 Uhr wieder in Münchehofe.

Wir wurden von einer RT 125 mit Bordkamera begleitet. Aus dem Rohmaterial habe ich einen Trailer geschnitten und bei Youtube eingestellt.

 

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Heiligenstadt/Oberfranken 2011

Treffen www.mz-forum.com

Das MZ-Forum (www.mz-forum.com) veranstaltet 2 Mal im Jahr ein Forumstreffen. Der Veranstaltungsort wechselt und die Organisation übernehmen Forumsmitglieder, die vor Ort wohnen.

Im Frühjahr 2011 wurde zum zweiten Mal ein Treffen in Heiligenstadt in Oberfranken gemacht.

Ich hatte es bis dahin irgendwie noch nicht gepackt, mal ein solches Treffen zu besuchen, obwohl ich schon desöfteren damit geliebäugelt habe. Dieses Mal sollte es klappen – vor dem zweiten Kind wohl für einige Jahre die letzte Chance und die kann man auch mal nutzen!

Ich hatte die Anreise zunächst für Freitag, den 13.5. geplant. Ich bin nicht optimal vorbereitet, möchte eigentlich mit dem Doppelport Gespann fahren entscheide mich aber aufgrund der knappen Zeit und der Strecke von gut 400km doch für das ETZ-Gespann.
Nach dem Aufstehen hole ich meinen Sohn aus dem Bett, wir gehen zusammen Brötchen holen und danach essen wir mit der Mama Frühstück. Hin und hergerissen, ob ich wirklich fahren soll gehe ich dann nach draußen und bereite das Gespann für die Abfahrt vor. Plötzlich ruft es vom Balkon: „Papa Hause bleiben!“ Wie zu erwarten war komme ich am Freitag nicht mehr los und wir fahren stattdessen zu Ikea und kaufen einen Kindertisch und Stühle dazu. Überraschenderweise verkrafte ich diesen Paradigmenwechsel gut und habe keine schlechte Laune.

Noch während des Einkaufs beschliesse ich, dass ich Samstag früh doch noch starten werde! Dann bin ich nur einen Tag weg und habe mein Ziel dennoch erreicht – ich war da!

Freitag Abend mache ich nun alles startklar. Ich stehe am Samstag früh auf und starte um kurz vor 7 Uhr in Richtung Heiligenstadt. Auf meinem Tank klebt ein Roadbook für die Strecke ab Torgau.

Bis Torgau ist die Navigation einfach, danach muss ich trotz Roadbook immer wieder anhalten und auf die Karte schauen. In Thüringen esse ich in einem gemütlichen Gasthof zu Mittag – Rouladen mit Klößen sind regionaltypisch.

Es geht über Torgau, Grimma, Altenburg, Gera, Pößneck bis zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze hinter Probstzella. Dort wurde ein Stück Grenzzaun aufgebaut und eine Tafel erinnert an die deutsche Teilung. Es dürfte wohl das erste Mal sein, dass ich diese Grenze nicht über die Autobahn passiere. Ich bin nun in Bayern und es geht über Kronach weiter in Richtung Heiligenstadt.

Ich fahre nur Landstraße, kurz vor dem Ziel gibt es noch eine Umleitung und ich erreiche gegen 16:30 Uhr das Ziel. Es stehen 450 Kilometer in 9,5 Stunden auf dem Tacho.

Ich bekomme schnell Hilfe beim Aufbauen meines Zelts und es gibt einige Gespräche rund um das Motorrad und auch andere Themen. Zum Abendessen probiere ich ein Maultaschen und das vom letzten Treffen bewährte „Kanone“ Weizenbier. Anschließend gibt es einen Diavortrag eines Motorradreisenden, der auf einer BMW Lybien besucht hat.

Am Zeltplatz wird an einem Simson Moped geschraubt. Die elektronische Zündung hat den Dienst quittiert und das Fahrzeug kann leider nicht wieder zum Anspringen bewegt werden und muss in einem Auto mitgenommen werden.

Gegen 23:00 Uhr lege ich mich ins Zelt, da die Müdigkeit langsam zuschlägt. Sonntag stehe ich gegen 5:00 Uhr auf. Der Morgen legt sich über den Platz, aus vielen Zelten dringt Geschnarche.
Ich esse den Apfel, der eigentlich als Wegzehrung für den Vortag gedacht war und geniesse die Stimmung.

Gegen 6:00 Uhr sind schon ein paar andere Leute aufgestanden und der Zeltabbau beginnt langsam. Wenig später habe ich abgebaut und alles im Gespann verstaut. Es dauert auch nicht mehr lange bis zum Frühstück. Auf dem Gelände entdecke ich einen Aussichtspunkt, von dem aus man auf die Stadt herunterschauen kann. Ich erinnere mich, dass ich zum Platz steil bergauf gefahren bin – das Gelände liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt.

Überhaupt ist es in Oberfranken für einen Flachlandtiroler schon recht bergig, d.h. enge Kurven, Steigungen und Gefälle. An den Gespannfahrer stellt das schon gewisse Anforderungen, um das Fahrzeug zu manövrieren.

Gegen 9:00 Uhr trete ich den Heimweg an. Die Route verläuft diesmal etwas anders und ich fahre zunächst nach Bayreuth, um dann die B2 Richtung Norden zu nehmen. Aufgrund der Beschilderung finde ich die B2 zunächst nicht und fahre schließlich in die falsche Richtung, was ich erst nach 10 Kilometern bemerke. In Bad Berndeck kaufe ich eine Ansichtskarte für meinen Sohn, da er Karten ganz toll findet und ich natürlich ein Geschenk mitbringen möchte.

Es geht weiter über Hof, Plauen und Reichenbach/ Vogtland. Es gibt wieder eine Umleitung und ich verfahre mich dann. Auf kleinen Straßen geht es nun durch das Vogtland auf der Suche nach der Bundesstraße. Plötzlich liegt ein großer Ast quer über die Fahrbahn. Ich halte an, mache ein Foto und dann kommen auch schon 2 Autos. Gemeinsam räumen wir das Hindernis aus dem Weg und mir wird an dieser Stelle bewusst, dass der Knüppel dort nur wenige Minuten gelegen haben kann, da ich der erste war. Gut, dass ich das Ding nicht auf Kopf bekommen habe…

Zum Mittag entscheide ich mich für klar definierte Qualität – sprich McDonalds. Bei Altenburg erreiche ich wieder die Hinroute und fahre über Grimma, Torgau weiter Richtung Heimat. Kurz vor Langengrassau und wieder im Landkreis Dahme-Spreewald mache ich noch einen Stopp und rufe zu Hause an. Eine knappe Stunde wird es noch dauern.

Gegen 18:30 Uhr bin ich dann wieder daheim. Das bedeutet 36,5 Stunden Abwesenheit von zu Hause, davon 19 Stunden auf dem Gespann und insgesamt 940 Kilometer. Das war schon anstrengend aber es hat sich gelohnt.

Es ging am Ende auch darum, ob ich bei aller Vernunft, Verantwortung und den ganzen „wichtigen“ Dingen überhaupt noch eine solche Tour fahren kann oder schon in einem selbst gebauten goldenen Käfig sitze.
Wenn ich es denn wirklich möchte kann ich also, so viel wurde bewiesen – ein freier Mensch!

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MZ-FORUM.com Lausitz Tour

Ein paar Leute aus dem MZ-Forum (www.mz-forum.com) hatten sich für den 3.10.2010 zu einer kleinen Tour durch die Lausitz verabredet. Ich hatte den 3. Oktober eigentlich schon für den tradionellen Teilemarktbesuch in Wünsdorf reserviert, habe mich dann aber doch für die Tour entschieden.
Die Oma konnten wir als Babysitter gewinnen und somit stand einer kleinen Ausfahrt mit meiner Frau im Seitenwagen nichts im Wege.

Ich beginne um kurz vor 8:00 Uhr mit den Abfahrtvorbereitungen. Zunächst werden belegte Brötchen für das Frühstück gemacht. Das Gespann muss aus der Scheune geholt werden, ich kontrolliere den Luftdruck und mache den Tank nochmal voll. Die Klamotten werden bereit gelegt und in den Seitenwagen kommt eine Decke.

Kurz nach 9:00 Uhr starten wir bei bestem Herbstwetter. Nach einer Dreiviertelstunde machen wir eine Frühstückspause an einem kleinen Feldgraben. Die Teekanne habe wir leider zu Hause vergessen. Nach 15 Minuten geht die Fahrt weiter.

Wir fahren über Neu Lübbenau, Goyatz, Lieberose und Peitz nach Forst. Es sind gute 100 Kilometer und die fahren sich gut weg. Wir sind pünktlich gegen 11:30 Uhr in Forst und haben auch schon wieder vollgetankt.
In Forst treffen sich die Fahrer zum Grillen im Garten eines Forums-Mitglied. Die meisten anderen Teilnehmer kommen aus Richtung Süden und wir treffen uns in Forst.
Es gibt Bratwurst vom Grill und Salate. Gegen 13:30 Uhr setzt sich die ca. 25 Mann starke Gruppe in Bewegung. Meine Frau und ich wollen nur bis Bad Muskau mitfahren, da wir nicht mehr pünktlich zu Hause sein können, wenn wir noch bis zum Cafe-Halt mitfahren.

Bereits in Forst gibt es bei einem Mitfahrer technische Probleme. Die Kerze fällt mehrfach aus, am Ende muss der Fahrer erstmal in Forst bleiben. Das Problem wird gelöst und er kommt auf eigener Achse zurück nach Dresden.

Erwartungsgemäß ist es nicht ganz einfach, mit Frau im Seitenwagen und aufgestellter Scheibe in der Kolonne mitzuhalten. Ich fahre zusätzlich realtiv weit hinten. Dort sollten in einer Kolonne eigentlich die schnellsten fahren. Ist aber nicht dramatisch, es klappt trotzdem gut und macht Laune.

Kurz vor Bad Muskau machen wir nochmal Tankstopp, das Gespann hat aber noch genügend Sprit. Gegenüber der Tankstelle ist heute großer Trödelmarkt, dem wir aber aus Zeitgründen keinen Besuch mehr abstatten werden.

Es folgen die letzten Kilometer mit der Gruppe bis zum Martkplatz von Bad Muskau. Hier halten nochmal alle für einen Fotostopp. Wir verabschieden uns und der Tross fährt weiter Richtung Süden.

Wir nutzen die Gelegenheit und schauen uns den Fürst-Pückler-Park an. Dieser zählt zu Recht zum Welterbe der Unesco. Unweit des Martkplatzes befindet sich das Neue Schloss. Zu dessen Füßen erstreckt sich der weitläufige Park mit seinen ausgedehnten Wiesen und ehrwürdigen Bäumen. Durch den Park fließt die Neiße – das Gelände gehört heute also zu Deutschland und Polen. Da es keine Grenzkontrollen mehr gibt, kann man als Fußgänger einfach so über eine kleine Brücke in den polnischen Teil gehen.
An der parkseitigen Schloßzufahrt befinden sich 2 große Löwenskulpturen. Im Park werden Kutschfahrten angeboten. Meine Frau und ich denken sofort daran, dass dies alles ein tolles Erlebnis für unseren Sohn wäre. Wir beschließen bei entspreched gutem Wetter, am nächsten Tag nochmal mit unserem kleinen Martin hierher zu fahren. Das Wetter wird gut und wir sind am Montag nochmal in Bad Muskau.

Unsere Gespanntour am Sonntag setzt sich hingegen in einem Cafe am Marktplatz von Bad Muskau fort. Ich wähle stilecht und bestelle das bekannte Pückler-Buffet: Schoko- Vanille- und Fruchteis, halbgefroren mit Wasserkristallen, dazu Sahne und Preiselbeeren.

Gegen 16:45 Uhr müssen wir den Rückweg antreten. Durch Forst fahren wir nun nicht mehr, sondern direkt über Döbern weiter Richtung Peitz. Eine kleine Routenänderung gibt es noch, damit meine Frau das Kraftwerk Jänschwalde mal aus der Nähe sehen kann.

Gegen 18:30 Uhr erreichen wir die Stelle, an der wir vor knapp 9 Stunden gefrühstückt haben. Ich halte nochmal an und wir können kurz inne halten, bevor wir um 19:00 Uhr wieder zu Hause ankommen.

Alles in allem ein sehr schöner Tagesausflug mit einer guten Mischung aus Fahren, Quatschen und Kulturprogramm. Das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Die Fahrt mit der Forums-Gruppe hätte ich gern noch etwas länger gestaltet, das wäre zeitlich aber problematisch geworden.

 

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Küstrin bei 37 Grad

Am 11. Juli 2010 bin ich gegen 8:00 Uhr spontan zu einer kleinen Tagestour gestartet. Die Oma hat sich als Babysitter angeboten. Ich wollte die Zeit nutzen, meine Frau wollte aufgrund der Sommerhitze und auch wegen vermeintlich wichtiger Hausarbeiten nicht mit. So wählte ich anstelle des ETZ-Gespanns die flinke TS 250/1 und startete bei noch angenehmen 25 Grad.

Einen richtigen Plan hatte ich noch nicht, sondern nur 3 mögliche Richtungen:

  • Bistro PS in Jühnsdorf: Dort war ab 11:00 Uhr Brunch. Der Zufall hat mich nicht auf diese Route geschickt.
  • Kürzester Weg zur Ostsee bei Ueckermünde. Das war dann zu weit und ich habe mich auch aufgrund des zu erwartenden Temperaturrekords dagegen entschieden.
  • Private Zweiradsammlung in Alt-Zeschdorf bei Frankfurt/Oder. Dieses Ziel sollte es dann am Ende werden.

Nach Alt Zeschdorf

Über Storkow ging es erstmal nach Fürstenwalde. Kurz hinter Fürstenwalde der erste Stopp in einem külhlen Laubwald und nach Blick auf die Karte endgültige Entscheidung für Alt-Zeschdorf.
Der weitere Weg führte über schmale Pisten. In Alt Zeschdorf habe ich ein bissl gesucht und schließlich einen Fussgänger nach dem Weg gefragt. Um 9:30 Uhr stand ich vor dem Privatmuesum, einem alten Wasserwerk.
Es ist niemand da, „Führungen nach Vereinbarung“ ist auf dem Schild zu lesen.

Weiter nach Lebus

Ich beschließe, am Sonntag Morgen niemanden aus dem Bett zu klingeln, schaue auf die Karte und beschließe weiter nach Lebus zur Oder zu fahren. In Lebus gibt an direkt am Fluß die Gaststätte „Oderblick“. Das Gebäude ist eher einfach, die Bedienung aber zuvorkommend und freundlich. Die Küche öffnet zwar erst am 11:00 Uhr, ich bekomme aber eine kalte Gurkensuppe.

Ich schaue über die Oder und kann nicht verstehen, wie es der Angler auf polnischer Seite in der prallen Sonne aushält. Das Termometer steht auf über 30 Grad.

Ich möchte entlang der Oder Richtung Reitwein weiter, jedoch ist das nur ein Radweg und für KFZ gesperrt. In Lebus gibt es aber noch einen Aussichtspunkt auf einem Hügel. Ich steige hoch und oben knallt die Sonne mit voller Kraft und es trifft einen fast der Schlag. Die Aussicht ist dafür sehr schön. Ich kann über die Oder weit nach Polen sehen. Am Horizont steigen Rauchwolken auf – ein Waldbrand.

Ich gehe zurück zum Motorrad und wundere mich, dass bei dieser Wahnsinnshitze tatsächlich Radler mit voller Camping-Ausrüstung unterwegs sind. In der Gaststätte unterhalten sich zwei angestellte über eine Gruppe Touristen, die per Kanu von der Oder kommen und dann mit dem Rad weiterfahren möchten. „Die sind doch alle lebensmüde“ meint der eine.

Weiter nach Küstrin

Auf der MZ fährt es sich trotz Hitze relativ angenehm, nur anhalten darf man nicht. Mein weiterer Weg führt mich nach Küstrin und ehe ich mich versehe, bin ich in Polen.
Von der Oderbrücke erkenne ich sofort die Reste der Festung Küstrin. Unmittelbar hinter dem alten Grenzkontrollpunkt biege ich rechts ab und stehe auch schon vor dem „Kiezer Tor“. Damit habe ich ein schönes Tagesziel gefunden und schaue mir die Reste der Festung an. Bei der Festung Küsrtin handelt es sich im Grunde um eine komplette Altstadt, die befestigt wurde. Leider wurden alle Gebäude (Schloß, Kirche, Wohn- und Geschäftshäuser) gegen Ende des 2. Weltkrieges stark zerstört und 1967 abgerissen. Nach dem Ende des kalten Krieges hat man in Polen angefangen, das Areal wieder begehbar zu machen und die noch vorhandenen Reste der Stadt freizulegen. Man läuft auf den alten Pflasterstraßen, Gehwege aus Granit sind teilweise noch zu sehen und wenn man genau hinsieht, erkennt man Hauseingänge und Kellerfenster. Allerdings sind die Gebäudereste maximal 1 Meter hoch und zugewachsen.

Ich rufe zu Hause an, um mal zu hören wie es läuft – „Alles OK und wo bist Du?“ Auf meine Antwort kommt ein erstauntes Geräusch. Ich soll ein Souvenir mitbringen. Ich muss also noch auf den Grenzbasar. Unter den Blechdächern herschen ca. 40 Grad, vielleicht sogar mehr. Das Angebot der Stände wechselt zwischen Tabakwaren, Taschen, Waffen(atrappen) und Kleidung. Immer wenn ein strenger Geruch aufkommt, folgt ein Stand mit Kauwaren für das liebe Haustier. Ich bin nicht unbedingt in Kauflaune, finde aber 2 nette Oberteile für meine Frau.

Achja: Ich hatte kein Schloß dabei und habe die MZ sowohl an der Festung als auch am Basar ungesichert abgestellt. Helm, Handschuhe und Jacke habe ich auch liegenlassen. Mein Alu-Koffer war nicht abgeschlossen. Es war aber alles an seinem Platz, d.h. das Klische vom Klauen kann ich nicht bestätigen.

Rückweg über Lebus

Ich möchte erst über Seelow zurückfahren, wähle dann aber doch die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg, da ich nochmal am Museum vorbeischauen möchte. Kurz vor Lebus knurrt richtig der Magen. Ich halte also wieder am „Oderblick“ an und esse noch einen Happen.

Und es kommt doch einer

Gegen 14:30 Uhr erreiche ich wieder Alt Zeschdorf. Es ist wieder niemand zu sehen. Ich beschließe, einfach mal die Nummer auf dem Schild anzurufen – dann habe ich zumindest die Nummer im Telefon. Es geht keiner ran aber nach ein paar Minuten erscheint der Besitzer der Sammlung. Er hätte nicht gedacht, dass bei dem Wetter jemand kommt. „Naja – machen wir mal eine schnelle Runde“. Die Sammlung umfasst hauptsächlich Simson-Modelle u.a. ein echtes Geländesport-Moped. Interessant finde ich, dass der Besitzer zu vielen Dingen eine Geschichte auf Lager hat und auch selbst viele Jahre als KFZ-Meister an diesen Modellen geabreitet hat.
Ich sage ihm, dass ich sicher nochmal mit einer Gruppe vorbeischauen werde und dann gehts weiter Richtung Heimat.

Ich hätte gern noch ein Badestopp gemacht, will aber nach Hause, damit die Frau nicht zu lange warten muss. Eigentlich wollten wir noch gemeinsam Baden fahren aber daraus wurde dann nichts. Ich hätte allein anhalten sollen.

In Storkow tanke ich die TS wieder voll und die letzten Kilometer machen keinen wirklichen Spaß mehr. Jetzt weht wirklich warme Luft ins Gesicht, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Zu Hause zeigt das Termometer 38,2 Grad an.

Die TS hat es nicht gestört, sie hat die Hitze gut überstanden.

Die Route wird sicherlich in den nächsten Jahren nochmal mit der ganzen Familie gefahren. Dann sollte es allerdings etwas kühler sein.

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Lokfriedhof Falkenberg

40 alte Dampfloks unter freiem Himmel

Ich habe mir gerade das Buch „Lost Places“ von Thomas Sadewasser gekauft und suche im MZ-Forum nach Mitfahrern für eine interessante Tour. Dank des Hinweises eines Forumsmitglieds sollte diese erste Lost-Place-Tour jedoch zu einem Ziel führen, das nicht in diesem Buch enthalten ist.

In Falkenberg/ Elster hat ein Eisenbahnsammler ein Bahngelände gekauft und stellt dort Teile seiner Sammlung ab. Über den Eisenbahnverein Falkenberg kann ich einen Besichtigungstermin für den 29. März 2008 vereinbaren. An diesem Tag rollt auch der Traditionszug aus Berlin nach Falkenberg und stoppt dort zur Wasseraufnahme und zur Besichtigung des Eisenbahnstandorts.
Überhaupt ist Falkenberg seit ca. 100 Jahren ein bedeutendes Eisenbahnkreuz. In den Hochzeiten haben ca. die Hälfte der 3.000 Einwohner bei der Deutschen Reichsbahn gearbeitet.

Hinfahrt

Die Abfahrt in Münchehofe ist für 10:00 Uhr angesetzt. Die Mitfahrer aus Berlin und Straussberg wollen um 9:30 Uhr bei mir sein. Das Wetter sieht zunächst super aus, schlägt aber plötzlich um. Um 9:45 Uhr trifft Lorchen aus Straussberg allein mit seinem ES-Gespann ein. Zwei Berliner haben abgesagt, 2-Takt-Pit wurde aufgehalten und kommt eine halbe später durchgeweicht mit seiner ETS an. Nach einer kurzen Werkstattinspektion geht es mit ca. einer Stunde Verspätung Richtung Falkenberg. Meine Frau bleibt wetterbedingt daheim.

Auf der Fahrt nach Falkenberg haben wir meistens Gegenwind. Wenn der Wind mal von der Seite kommt, schaukelt es teilweise ordentlich. Ein bissl Regen gibts auch, einen starken Schauer mit Hagel verbringen wir aber zufällig an der Tankstelle in Schlieben. Kurze Zeit später erreichen wir Falkenberg. Die anderen warten schon.
Leider komme ich nicht dazu, mir noch das Eisenbahnmuseum anzusehen, da wir um 13:00 Uhr auf dem Abstellgelände am oberen Güterbahnhof erwartet werden.


Abstellplatz

Wir werden erwartet und man schliesst uns das Tor auf. Der Verantwortliche weist uns nochmal darauf hin, dass man sich vorsehen muss, um sich nicht die Greten zu brechen. Zuerst schauen wir uns den Lokschuppen von innen an. Dort stehen einige Diesel- und Dampfloks. Teilweise wird an den Loks gearbeitet, um diese wieder in Schuss zu bringen.
Vor dem Lokschuppen befindet sich natürlich eine Drehscheibe.

Einige hundert Meter weiter stehen sie dann: An die 40 Dampfloks – die meisten sind 52er oder 50er. Viele wurden schon vor Jahrzehnten zu Dampfspendern umgebaut. Man erkennt dies daran, dass Zylinder und Pleule fehlen. Die Loks wurden dann zum Heizen von Gebäuden oder ähnlichem verwendet.
Auch wenn der Bekohlungsturm nicht mehr den besten Eindruck macht, klettere ich die Leiter ein Stück hoch, um die Loks von oben zu sehen.

Wir lassen uns beim Rundgang Zeit und sehen viel Stahl, Rost und den Geist vergangener Tage. Gegen 15:30 Uhr stellen sich die Teilnehmer zum abschließenden Gruppenfoto auf.

Kleine Stärkung

Einige müssen leider schon wieder los, ich habe noch Zeit und fahre mit zurück zum Eisenbahnmuseum. Der Traditionszug ist leider schon weg, Bratwürste und Gulaschkanone auch.
Da der Magen knurrt fragen wir, wo man was Essen kann. Man empfiehlt uns den „Kronprinzen“ in der Nähe des Bahnhofs. Ein nettes Lokal und im Inneren ist wie zu erwarten war klar das Thema „Eisenbahn“ zu sehen.

Nach der Stärkung treten alle die Rückfahrt in die verschiedenen Himmelsrichtungen an.

Rückfahrt & Fazit

Der Wind ist weg, die Fahrt geht schnell. In Schlieben fährt mir noch ein Radfahrer genau vor die Räder, ich kann aber noch bremsen und es passiert zum Glück nichts.
Bis Golssen fahre ich noch mit Lorchen, dann biege ich ab Richtung Brand.

Ein toller Tag. Das Wetter hätte besser aber auch schlechter sein können – das ging schon.
Besonders gut gefallen hat mir, dass eine offzielle Besichtigung des Geländes ohne Weiteres möglich war.

Wer sich die Loks ansehen möchte, findet hier den Kontakt zum Besitzer des Geländes:
Dampflokmuseum Hermeskeil

Ausserdem gibt es in Falkenberg noch den Eisenbahnverein mit einem eigenen Museum:
Förderverein „Brandenburgisches Eisenbahn-Museum Falkenberg“

Anfang September 2008 beteiligt sich der Verein am großen Fest zum 160-jährigen Jubiläum der Strecke Jüterbog-Riesa. Es werden 4 Dampfzüge erwartet. Eisenbahn-Fans sollten sich diesen Termin vormerken.

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NDR-Dreharbeiten in Zschopau

Ein Tag in Zschopau

Ich hatte ja schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt, einen Ausflug ins Erzgebirge zu machen, um mir die MZ-Stadt Zschopau anzusehen. Irgendwie kam immer was dazwischen und wenn es nur die Faulheit war.
Am 7. Juli 2007 wurde es dann doch Ernst. Über die MZ-Mailingliste erfuhr ich, dass der NDR in Zschopau einen Beitrag für die Sendung „Die beliebtesten Motorräder Norddeutschlands“ dreht. Damit war der passende Anlass gefunden, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Kurze Einleitung – Der NDR-Beitrag

Der NDR hat 2007 eine Serie „Die beliebtesten … Norddeutschlands“ aufgelegt. Für die Motorräder gab es im Internet eine Wahl aus einer Liste mit 100 Maschinen. MZ war mit der ES 250/2 und der ETZ 250 vertreten. Die ersten 40 der Wahl werden in der Sendung genauer vorgestellt. Da die Gemeinde groß ist sind beide MZ unter den TOP-40.
Obwohl meine ES nicht so beliebt ist bzw. gar nicht zur Wahl stand bin ich hingefahren, da sowas ja nicht alle Tage vorkommt.


Startschwierigkeiten

Die Dreharbeiten sind für Sonntag, den 8. Juli 11 Uhr angesetzt. Eigentlich will ich Samstag Vormittag starten. Meine Frau kann leider nicht mitkommen. Das Wetter ist unbeständig. Während der Woche war viel zu tun und ich war meistens erst spät zu Hause – es ist nichts vorbereitet. Den Vormittag vertrödele ich mit aufgeschobenem Finanzkram, Packen und Motorrad abschmieren. Um 16:15 Uhr kann ich mich endlich überwinden doch loszufahren – der Abschied von meiner Frau fällt schwer. Ich bin mehrmals drauf und dran wieder umzukehren, fahre aber doch weiter


Anreise

Ich habe Glück – es regent nicht. Der Wind bläst dafür ordentlich. Bei strammem Gegenwind schaffe ich teilweise nur 70km/h. Manchmal schütteln mich die Böen ganz schön durch.
Über Luckau verlasse ich LDS und durchfahre Bad Liebenwerda Richtung Riesa. Irgendwo dazwischen passiere ich die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Die 230km fahren sich so weg: Riesa – Döbeln – Hainichen – Frankenberg – Flöha – fast geschafft. Ich fahre falsch Richtung Augustusburg. Jetzt wirds hügelig.  Bergauf – bergab, scharfe Kurven – es macht richtig Spass hier zu fahren, auch wenn die alte ES manchmal ihre Mühe hat.
Von Augustusburg finde ich schnell nach Zschopau und erkenne auch gleich das alte MZ-Werk.


Ankunft

Es ist ein erhebenes Gefühl mit der ES nach knapp 50 Jahren wieder an dem alten Werk vorbei zu fahren.
Ich drehe eine Runde durch die Altstadt und stehe um 21 Uhr vor der Pension Dittrich. Ich habe Glück und bekomme ein Zimmer. Vom Balkon hat man einen schönen Blick auf das im Tal gelegene alte MZ-Werk.
Eigentlich möchte ich noch was Essen gehen, aber ohne meine Frau habe ich irgendwie plötzlich keinen Hunger mehr. Ich merke jetzt, dass Urlaub allein nichts für mich ist. Nach einem Anruf zu Hause gehe ich Schlafen.


Sonntag

Der Sonntag beginnt für mich um 9 Uhr mit einem fantastischen Frühstück. Ich habe jetzt auch richtig Hunger.
Gegen 9:45 Uhr gehts los. Ich drehe ein paar Runden zwischen Zschopau und Hohndorf und hole noch Geld ab.
Am Treffpunkt, dem neuen MZ-Werk in Hohndorf ist noch niemand zu sehen. Ich nutze die Zeit, um ein paar Fotos von Zschopau zu machen. Um 10:45 Uhr fährt ein vollbesetztes ES 250/2-Gespann an mir vorbei. Ich packe die Kamera ein und folge ihm zum MZ-Werk.


Dreharbeiten am neuen MZ-Werk

Langsam füllt sich die Einfahrt zum MZ-Werk mit geschätzten 30-40 Maschinen. Es ist im Grunde alles dabei: ETZ, TS, ES und auch eine RT. Ein paar MZ 1000S fahren vor. Die Jungs vom NDR trudeln auch ein.
Der Redakteur möchte zunächst ein Paar Aufnahmen von der ganzen Gruppe mit den MZ-Fahnen im Hintergrund machen. Bei der Sortierung der Motorräder sorgt er für einen kleinen Schmunzler: „Ganz hinten bitte die Gespanne, davor dann die ES 250/2 Trophy!“
Die Fahrer lachen – es sind genau drei ES 250/2 vor Ort, zufällig sind auch genau 3 Gespanne anwesend… (der Vollständigkeit halber: später kam noch ein ETZ-Gespann dazu).
Es werden noch ein paar Fahrt-Aufnahmen auf der Straße vor dem neuen MZ-Werk gemacht, dann bricht der Troß zum alten MZ-Werk auf.


Dreharbeiten am alten MZ-Werk

Wir fahren auf das Werksgelände und stellen die Maschinen ab. Trotzdem hier nicht mehr viel los ist, kann man den alten Geist der ehemals größten Motorradfabrik der Welt überall spüren. Schon allein deswegen hat sich die Reise gelohnt. Das ist wirklich keine Übertreibung – hier sollte jeder MZ-Fahrer mal gewesen sein!
Der Redakteur  vom NDR hat viele Ideen und es werden diverse Fahrszenen gedreht. Es werden ausführliche Aufnahmen von den ES/2 und ETZ 250 Maschinen gemacht. Dazu läuft der Kameramann herum und macht Detailaufnahmen von diversen Motorrädern.
Ein Gespannfahrer baut seinen Grill auf. Ich führe einige Gespräche und schaue mich auf dem Gelände um. Am Fenster eines ungenutzten Gebäudes entdecke ich ein Vogelhaus, was sicherlich noch aus den MZ-Zeiten stammt.
Die Aufnahmen dauern lange – aber das hatte der NDR-Redaktuer schon angedroht. Gegen 16:00 Uhr verlasse ich den Drehort, da nur noch abschliessende Aufnahmen gemacht werden und die meisten Leute schon weg sind.


Rückfahrt

Ich beschliesse noch am Sonntag nach Hause aufzubrechen. Zwar hatte ich noch den Besuch von Schloss Wildeck und Schloss Augustusburg geplant, aber ohne meine Frau kommt keine Ausflugsstimmung auf. Gegen 16:30 Uhr habe ich mein Zimmer bezahlt und die ES ist reisefertig.
Die Rückfahrt geht schnell. Kein Wind, nur eine Tankpause – gegen 20:30 Uhr bin ich zu Hause.


Mein Reiseeindruck

Der erste Ausflug zu den MZ-Wurzeln nach Zschopau war kurz aber trotzdem beeindruckend. Es war meine erste Motorrad-Tour in bergiger Umgebung. Wenn man hier fährt kann man sich vorstellen, wie die MZ-Testfahrer seit Jahrzehnten ihre Runden drehen.
Nach einigen Kilometern hat man den Dreh raus und kann auch mit den knappen 14,25 PS die große ES die Berge hochjagen: Vor dem Berg richtig Schwung holen ist das Geheimnis!
Für mich steht fest, dass ich hier nochmal einen richtigen Motorrad-Urlaub mache.


Fazit Dreharbeiten

Der NDR-Redaktuer hatte viele Ideen und es hat Spass gemacht. Ich bin gespannt, wie der Beitrag wird. Leider muss das Material zusammengeschnitten werden, da der Zeitrahmen nur einige Minuten vorsieht.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich mir etwas mehr versprochen habe. Eine Führung durch das MZ-Werk, was zu Essen und zu Trinken oder vielleicht ein gemeinsames Essen nach Abschluß der Dreharbeiten wäre sicherlich schön gewesen. Immerhin sind viele Fahrer weit angereist.
Das NDR-Team musste noch am Sonntag zurück nach Hamburg und auch die meisten Fahrer hatten die Rückfahrt zeitig geplant. Mehr als die üblichen Benzin-Gespräche über diesen oder jenen Seitendeckel kamen dadurch nicht  zu Stande. Wahrscheinlich war die Gruppe dafür schon wieder zu gross – eigentlich schade.

Sendetermin

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe (frage nochmal nach):

11. August 2007 16 Uhr NDR-Fernsehen
18. August 2007 16 Uhr NDR-Fernsehen

MZ wird in der 2. Sendung am 18.8.2007 gezeigt.

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